Vorläufig bleibt alles beim Alten

Viel Literatur auf der Bühne und ein sich langsam anbahnender personeller Wechsel dahinter: Das Theater an der Effingerstrasse hat den nächsten Spielplan vorgestellt.

Beim Theater an der Effingerstrasse setzt man beim neuen Spielplan auf sichere Werte.<p class='credit'>(Bild: Martin Guggisberg (Archiv))</p>

Beim Theater an der Effingerstrasse setzt man beim neuen Spielplan auf sichere Werte.

(Bild: Martin Guggisberg (Archiv))

Regula Fuchs

Nach den beiden Spielzeiten zum 20-Jahr-Jubiläum herrscht am Theater an der Effingerstrasse in der Saison 2017/18 wieder Courant normal, und das heisst: weniger personalintensive, sprich weniger teure Produktionen. Und noch mehr als sonst setzt man auf sichere Werte: Schliesslich, sagt die administrative Leiterin Tanja Geier Thomson, finanziere man sich zu über 50 Prozent über die Eintritte. Und da sei jeder Einbruch der Besucherzahlen schmerzhaft spürbar – auch wenn das Theater eine traumhafte Auslastung von nahezu 90 Prozent aufweist.

Viel Bewährtes wird es also geben, und das bedeutet im Fall des Kammertheaters: viel Literatur auf der Bühne. Eröffnet wird im August mit «Ungeduld des Herzens», einer Theaterfassung von Stefan Zweigs einzigem vollendetem Roman.

Auf John Knittels gleichnamigem Roman basiert «Via Mala», die Geschichte über die Ermordung eines Haustyrannen. Und ebenfalls eine Roman-Adaption ist «Die Blechtrommel», als Einpersonenstück inszeniert vom langjährigen künstlerischen Leiter Markus Keller. Aber auch das gut geölte Drama kommt in der 22. Spielzeit nicht zu kurz – mit Lutz Hübners «Willkommen», der Gesellschaftssatire «Venedig im Schnee» oder Max Frischs «Biografie: Ein Spiel». Zu einem Wiedersehen mit erprobten Schauspielkräften des Hauses kommt es etwa in «100 m2» (mit Heidi Maria Glössner) oder im Fussballstück «Der rote Löwe» (mit Gilles Tschudi).

Kontinuität ist den Verantwortlichen wichtig, und das gilt auch für den personellen Wechsel in der künstlerischen Leitung, der sich anbahnt. Markus Keller, der demnächst seinen 70. Geburtstag feiert, sieht die nächste Subventionsperiode (2020 bis 2023) als Phase des Übergangs. Er werde in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit der künftigen Leitung suchen.

Über Namen schweigt man sich noch aus, sicher ist nur, dass es jemand sein wird, der das Haus kennt und um seine Möglichkeiten und Grenzen weiss. «Die Stelle wird bewusst nicht ausgeschrieben», so Keller. «Wir suchen nicht jemanden, der sie als Sprungbrett ansieht.»

Eine interne Lösung dürfte es also werden, das Problem ist nur, dass bis anhin kein marktüblicher Lohn gezahlt werden konnte. Die 425'000 Franken an Subventionen, die das Theater von Stadt, Kanton und Regionsgemeinden derzeit erhält, reichten nicht aus, so Keller.

Hier sei noch eine Lösung zu finden. Sicher ist: Keller wird 2023 die künstlerische Leitung abgeben, als Regisseur aber weiter an der Effingerstrasse inszenieren: «Ganz ohne Theater möchte ich nicht sein.»

www.dastheater-effingerstr.ch

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