Gurten ohne Gurten

Das Kollektiv Frei_Raum organisiert ein solidarisches Festival in der Heiteren Fahne.

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«Gugus» ist eine neckisch infantile Begrüssung. Oder eine abschätzige Bezeichnung für etwas, um es als Mist hinzustellen. Wenn auf dem Berner Hausberg das verkappte Stadtfest mit musikalischem Rahmenprogramm stattfindet, öffnet auch die Heitere Fahne am Fuss des Berges ihre ­Türen für das Festival Gugus Gurte.

Die Besucher können sich dort von schlechten Bands, den hohen Lebenshaltungskosten und der Profitorientierung des Grossanlasses verabschieden. Die Benefizveranstaltung für die Heitere Fahne ist aber ein eigenständiger ­Anlass, der die weite Reise nach Wabern lohnt – nicht nur für Ticketlose oder Menschenstrombeobachter. Das Festival, das von ehrenamtlichen Helfern ermöglicht wird, startet am Donnerstag mit Technosets von verschiedenen DJs. Geplantes Nichtstun steht auf dem Programm, womit der Name eines Künstlers gemeint ist, der sein Set live zum besten geben wird. Am Freitag werden Bands spielen, die zwar in Sachen Erfolg nicht mit den Künstlern vom Gipfel konkurrieren, aber in Bern alles andere als Neuentdeckungen sind. Am Kap geben sich jenseits des Viervierteltakts und mit charismatischer Frontfrau dem Trip-Hop hin, die Baseball Bat Boogie Bastards dem ungezügelten Psychobilly und die Troubadouren von Tomazobi der stimmungsvollen Albernheit. Bis zum Sonntagabend geht das Programm weiter.

Das Kollektiv Frei_Raum betreibt das kulturelle und gastronomische Programm und spannt dazu Menschen mit einer Behinderung ein. Seit 2013 ist die Heitere Fahne ein etabliertes ­Kulturhaus geworden, in dem auch das Konzert Theater Bern gastierte. Am Berner Ausnahmewochenende kann hier innegehalten und dann entschieden werden, ob man dem Gurten-Festival neckisch Hallo sagt. Was unten passiert, ist jedenfalls kein Gugus.

Heitere Fahne Do, 16., bis So, 19. Juli. (Der Bund)

Erstellt: 09.07.2015, 08:14 Uhr

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