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Kraftwerk im SustengebietKonzessionsentscheid zu Kraftwerk Trift fällt im Winter

Das geplante Kraftwerk Trift im Sustengebiet würde einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten. Trotz Kritik will der Kanton das Projekt bewilligen.

Der Triftsee, der durch eine Staumauer erhöht werden soll, auf einer Aufnahme von 2009. (Archivbild)
Der Triftsee, der durch eine Staumauer erhöht werden soll, auf einer Aufnahme von 2009. (Archivbild)
Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Der bernische Grosse Rat wird in der Wintersession über das Konzessionsgesuch der Kraftwerke Oberhasli (KWO) AG für ein Wasserkraftwerk im Gebiet Trift entscheiden. Das teilte die Berner Kantonsregierung am Mittwoch mit. Sie befürwortet das Gesuch.

Das geplante Kraftwerk im Sustengebiet würde einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten, schreibt sie in ihrer Mitteilung. Gemäss der kantonalen Wassernutzungsstrategie solle im Kanton Bern die Stromproduktion aus Wasserkraft bis 2035 um 300 Gigawattstunden erhöht werden.

Allein das geplante Werk an der Trift würde die Hälfte davon bereitstellen. Auch für die nationale Energieversorgung wäre das neue Kraftwerk wichtig. Alle gesetzlichen Vorgaben seien erfüllt. Sämtliche Einsprachen gegen das Projekt habe der Regierungsrat abgewiesen.

Zwar sei unbestreitbar, dass das Projekt das Landschaftsbild im Bereich des Triftsees beeinträchtige. Insgesamt überwiegen aber für die Kantonsregierung die energiewirtschaftlichen Interessen. Die Konzession könne mit Auflagen erteilt werden.

400-Millionen-Projekt

Die KWO respektive ihre Aktionäre wollen gegen 400 Mio. Franken ins Projekt in der Nähe des Sustenpasses stecken. Der bernische Grosse Rat sprach sich im Juni 2019 dafür aus, dass die BKW die Realisierung des Projekts vorantreibt. Die BKW hält die Hälfte der Aktien der KWO AG. Gewisse Umweltorganisationen bekämpfen das Projekt, andere nicht.

Das Projekt entstand aufgrund des Rückzugs des Triftgletschers. Dadurch bildete sich in den letzten Jahren im Gletschervorfeld ein See. Dieser soll nun durch eine Staumauer gefasst werden. Das Kraftwerk würde pro Jahr eine Energiemenge von 145 Gigawattstunden produzieren, was dem durchschnittlichen Verbrauch von 30'000 Haushalten entspricht.

SDA/zec

8 Kommentare
    Hans Anderegg

    Ersäuft man Alles was noch möglich ist, auch z.B. die Greina kann man noch 2TWh zusätzlichen Winterstrom erzeugen (Trift 0.2 TWh davon); durchs Abstellen der AKW müssen im Winter 14TWh anders erzeugt werden, dazu kommt noch Mehrverbrauch von mehreren TWh wegen der Umstellung der Heizungen auf Wärmepumpen und der Elektromobilität. D.h. die zusätzlich mögliche Wasserkraft kann höchstens einen Zehntel des fehlenden Stroms liefern...

    Die Zitrone Wasserkraft ist ausgepresst, der Bau einer Mauer in der Trift und die anderen Projekte zusammen sind bloss ein Tropfen auf den heissen Stein für die Stromversorgung aber ein riesiger Verlust an noch unverbauter Natur. Es führt nichts an der Solarenergie und an Power-to-Gas vorbei!

    Die zusätzliche Strommenge für 30'000 Haushalte ist übrigens rund ein Jahr Zuwanderung!