Kommunikationsmuseum erfindet sich neu

Das Museum für Kommunikation blickt positiv auf das vergangene Jahr zurück – und plant eine neue Dauerausstellung.

Historische Postautowagen im Museum für Kommunikation (Archiv)

Historische Postautowagen im Museum für Kommunikation (Archiv)

(Bild: Manu Friederich)

Das Museum für Kommunikation will ab kommendem August die in die Jahre gekommenen Dauerausstellungen rundum erneuern. Altbekannte Evergreens werden verschwinden - nicht aber die bei den Kindern beliebte Rohrpost.

«Sie wird sogar doppelt so lang», verspricht Museumsdirektorin Jacqueline Strauss. Die bisherigen drei Dauerausstellungen werden einer einzigen Ausstellung weichen. Diese wird sich über drei Stockwerke des Museums erstrecken. Ein Stockwerk wird für Wechselausstellungen eingerichtet.

Die neue Dauerausstellung soll grösser und interaktiver werden, wie Projektleiter Christoph Rohner am Mittwoch vor den Medien ausführte. Während die bisherigen Dauerausstellungen chronologisch aufgebaut waren, soll die neue Ausstellung stärker thematisch gegliedert und leichter zugänglich sein.

Depotführungen und Stadtrundgang

Die aktuellen Dauerausstellungen sind noch bis im Sommer zu sehen. Mitte August werden sie mit einem Fest verabschiedet, dann wird ein Jahr lang umgebaut.

Während dieser Zeit wird das Museum keine grossen Ausstellungen präsentieren. Es wird aber mit verschiedenen Angeboten präsent sein, etwa mit einem Stadtrundgang zum Thema Kommunikation und Führungen im Museumsdepot in Schwarzenburg.

Mit den Depotführungen wolle man der Öffentlichkeit die Gelegenheit bieten, einmal nicht nur «die Spitze des Eisbergs zu betrachten, sondern einen Blick unter die Wasserlinie zu werfen», wie Museumsdirektorin Jacqueline Strauss ausführte. Das Depot in Schwarzenburg sei für das Museum so etwas wie eine Schatzkiste.

Am 19. August 2017 wird dann die neue Dauerausstellung auf rund 2000 Quadratmetern eröffnet.

Immer wieder neu erfunden

Das Museum hat sich über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden. So hat es mehrfach den Namen und den Standort gewechselt. Gegründet wurde die Institution 1907 als Museum der PTT (Post, Telefon Telegraf).

1990 zog die Institution in ein eigenes Gebäude beim Helvetiaplatz, in der Nähe anderer grosser Berner Museen. Seit 1997 heisst das Haus Museum für Kommunikation. Die aktuellen Dauerausstellungen stammen aus den Jahren 2003 und 2007. «Man sieht ihnen das Alter mittlerweile an», wie Strauss betonte.

Mit Popmusik auf der Erfolgswelle

Mit dem vergangenen Jahr sind die Museumsverantwortlichen zufrieden, auch wenn sie dem schönen Sommerwetter in Form eines leichten Besucherrückgangs etwas Tribut zollen mussten. Rund 74'000 (Vorjahr 77'000) Besucherinnen und Besucher zählte das Haus, darunter erneut rund 1200 Schulklassen.

Zum Zugpferd entwickelte sich im vergangenen Jahr die Ausstellung «Oh Yeah!» zur Popmusik in der Schweiz. Zu hören waren viele Schweizer Musiktrouvaillen von den Tanzorchestern der 1950-er Jahre bis hin zu Rap und Techno. Doch nicht nur Popmusik, sondern auch die damit verbundenen gesellschaftlichen und kulturellen Strömungen wurden thematisiert.

Rund 38'000 Eintritte verzeichnete die Ausstellung. Das Besucherecho war ausgezeichnet. «Oh Yeah!» war nach Angaben der Museumsverantwortlichen eine der erfolgreichsten Ausstellungen des Hauses überhaupt.

Inzwischen hat ein Deutsches Museum das Ausstellungskonzept von «Oh Yeah!» übernommen und setzt eine Adaption für eine Tournee in Deutschland um.

zec/sda

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