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Ask-ForceKommt der Osterhase trotz Corona?

Die naheliegendste Frage dieser Tage hat ein Kind gestellt.

Die Ask-Force deckt die Karten auf.
Die Ask-Force deckt die Karten auf.

Plötzlich ist alles anders. So auch die Zuschriften, die bei der Ask-Force eingehen. Keine absurden Fragen, keine Hinweise auf irreführende Formulierungen in der Zeitung, kein Zur-Schau-Stellen der eigenen Originalität. Nur Fragen zur derzeitigen Situation und damit verbunden der Wunsch nach etwas Normalität.

So hat sich L.B. aus B. gemeldet, nachdem ihre sechsjährige Tochter ihr einen Zettel neben das Bett gelegt hatte: «Chomt dr Oschtrhas glich?» Ihre Tochter habe «richtig Angst», dass der Osterhase wegen der Corona-Pandemie Ostern ausfallen lasse. «Liebe Ask-Force! Vielleicht können Sie meine Tochter etwas beruhigen. Ich zähle auf Sie.»

Das ist eine grosse Verantwortung, die Sie uns hier aufladen, Frau B., aber wir geben unser Bestes. Wobei wir aber mit einer wenig erfreulichen Tatsache beginnen müssen: Aus Sicht des Osterhasen würde es durchaus Sinn machen, sich nun komplett zu isolieren. Wie Tierpark-Direktor Bernd Schildger gesagt hat, sind Viren in der Lage, die Artengrenze zu überschreiten, und zwar in beide Richtungen. Und da es dem Osterhasen bei der Arbeit kaum möglich ist, Social Distancing zu praktizieren und regelmässig die Pfoten zu waschen, ist für ihn die Ansteckungsgefahr durchaus real. Was eine Infektion für den Osterhasen bedeuten würde, lässt sich schlicht nicht abschätzen.

Aber, Sie ahnen es, das wäre dem Osterhasen zu einfach. Ihm ist bewusst, dass in solch schwierigen Zeiten seine Dienste noch gefragter sind als sonst. Er weiss, wie wichtig Bräuche und Rituale sind, geben diese doch Sicherheit und ein Gefühl von Normalität. Daher: Er wird Ihrer Tochter auch in diesem Jahr ein Osternest verstecken. Gut möglich aber, dass dieses weniger üppig gefüllt sein wird als auch schon.

Aber nicht, weil der Osterhase wegen all der Hamsterkäufer leer ausgegangen wäre. Nein, einen Teil des Inhalts gibt er heuer nämlich der Putzfrau, die nicht mehr arbeiten kann, der Kitaangestellten, die weiterhin arbeiten muss, dem alleinstehenden Nachbar, der nicht mehr einkaufen darf, und den Grosseltern, die beim Osterbrunch fehlen werden. Nur die Zweitwohnungsbesitzer, die über Ostern ins Tessin fahren, kann er nicht berücksichtigen. Auch seine Solidarität kennt Grenzen.

Die Ask-Force sucht Osternester und findet Antworten: askforce@derbund.ch