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Die Ask-Force hilft, so gut es geht Können der Welt die Fragen ausgehen?

Diesmal begleiten wir einen Leser auf die Metaebene – wo bereits das Abstruse lauert.

Der Baldachin über dem Berner Bahnhofplatz ist eine Metaebene. Und diese ist, wie man schön erkennen kann, gekrümmt.
Der Baldachin über dem Berner Bahnhofplatz ist eine Metaebene. Und diese ist, wie man schön erkennen kann, gekrümmt.
Foto: Adrian Moser

Bestürzt über den Hilferuf der Ask-Force, die vor einiger Zeit einen «Fragen-Notstand» beklagte, schrieb uns auch Herr Urs S. aus Bern: Es könne doch nicht sein, liess er uns wissen, dass der Welt die Fragen ausgehen – «auch nicht der etwas kleineren Welt der ‹Bund›-Leser». Deshalb erlaube er sich, eine Frage auf der Metaebene zu stellen.

Es sei ja denkbar, fährt Herr S. fort, dass es auf eine Frage zwei Antworten geben könnte, von denen jede für sich sinnvoll ist. «Soll man einen Kompromiss zwischen den Antworten anstreben? Oder die Sache in der Schwebe lassen und die Wahrheit in der Spannung zwischen den Antworten suchen?» Er neige eher zum Zweiten, schreibt Herr S. und fragt: «Was sagen Sie dazu?»

Also, Herr S.: Wir schwingen uns mit Ihnen gern auf die Metaebene hinauf, um zu schauen, was es von dort aus alles zu erkennen gibt. Und siehe da: Man braucht gar nicht erst in die Ferne zu blicken, um die ersten Fragen zu entdecken: Wie viele Meter über Boden ist die Metaebene? Hält sie unserem Gewicht stand? Und ist es wirklich eine Ebene oder doch eher etwas «Gebogenes», das sich an die Erdkrümmung anschmiegt?

Wir lernen weiter, dass es Fragen gibt mit eindeutigen Antworten. Wie schnell schlägt Ihr Puls, Herr S., nachdem Sie sich wie ein Turner auf die Metaebene hochgezogen haben? Was wir weiter vorfinden: Fragen, die ganz viele Antworten zulassen. Wie kann auf der Welt Gerechtigkeit hergestellt werden? Was aber ganz selten vorzukommen scheint: Fragen, auf die es genau zwei Antworten gibt. Das Einzige, was uns hier auf Anhieb einfällt, sind quadratische Gleichungen. Bei diesen ist es aber sinnlos, die Wahrheit in der Spannung zwischen den zwei Lösungen suchen zu wollen – denn beide sind wahr.

Unser Fazit: Fragen sind ein unerschöpfliches Gut. Überall, wo man hingelangt, findet man sie vor. Fragen lassen sich immer formulieren. Die Frage ist eher, ob eine Frage sinnvoll ist oder bloss abstrus? Aber wo soll man die Grenze ziehen? Und wenn man sich – und ist nicht das das Schöne am Menschsein, Herr S.? – noch länger den Kopf zerbricht, lässt sich sogar eine Frage konstruieren, deren Antwort, so es sie denn gäbe, eine Frage wäre: Welches war die erste Frage auf der Welt?

Die Ask-Force ist auch in schwierigem Gelände an Ihrer Seite. Fragen an: askforce@derbund.ch