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Bezahlen ohne GegenleistungKita-Streit könnte bald enden

Kitas brauchen Geld, verärgerte Eltern wollen aber nicht länger bezahlen. Nun kündigt der Kanton Bern für kommende Woche eine Lösung an.

Der Kanton Bern will in der Frage der Kita-Finanzierung bald Lösungen präsentieren.
Der Kanton Bern will in der Frage der Kita-Finanzierung bald Lösungen präsentieren.
Bild: Franziska Scheidegger

Müssen Eltern auch dann für die Kita bezahlen, wenn sie ihr Kind zu Hause betreuen? Seit der Bundesrat vor einem Monat empfahl, Kinder wenn möglich nicht mehr in Kindertagesstätten zu schicken, sorgt diese Frage bei Eltern und Kita-Betreibern für Unmut. Nun zeichnet sich im Kanton Bern eine Lösung ab, wie Kitas und Tagesfamilien-Organisationen finanziert werden sollen: «Die Verordnung befindet sich in der Abschlussphase», sagt Gundekar Giebel, Sprecher der kantonalen Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion, auf Anfrage. Kommende Woche werde der Regierungsrat die restlichen nötigen Entscheide fällen.

«Es ist höchste Zeit, dass diese Lösung kommt», sagt Mirjam Veglio, Co-Präsidentin der SP Kanton Bern. Wie Vertreter von anderen Parteien hat sie bereits vor zwei Wochen eine rasche Lösung zur Entlastung von Kitas und Eltern gefordert. Auch beim Verband Kinderbetreuung Schweiz dürfte die Ankündigung für Erleichterung sorgen. Dieser hatte bereits vor einer «folgenschweren Betreuungskrise» gewarnt. Grund dafür sind verärgerte Eltern, die nicht länger für die Nicht-Leistungen der Kitas bezahlen wollen. Diese wiederum müssen auf Anweisung der kantonalen Behörden offen bleiben und sind deshalb auf Einnahmen zum Bezahlen der Löhne und Mieten angewiesen.

«Es ist höchste Zeit, dass es in der Kita-Frage zu einer Lösung kommt.»

Mirjam Veglio, Co-Präsidentin SP Kanton Bern

Ursprünglich hatten alle auf den Bundesrat gehofft. Dieser hatte finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Die Rede war von schweizweit rund 200 Millionen Franken. Anfang April erklärte Alain Berset aber contre cœur, die Kinderkrippen seien «primär Sache der Kantone und Gemeinden». Mit der nun angekündigten Lösung dürfte der Kanton seiner vom Bundesrat auferlegten Pflicht nachkommen.