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Linke gegen Corona-LeugnerDemo-Samstag ohne Zwischenfälle

Rund 100 Personen demonstrierten in Bern gegen den Aufmarsch Rechtsextremer an Corona-Mahnwachen. Die Stadtregierung zeigte sich darüber nicht erfreut.

Manchmal sind Masken gleich doppelt nützlich: Linke demonstrieren in Bern gegen rechtsoffene Corona-Leugner.
Manchmal sind Masken gleich doppelt nützlich: Linke demonstrieren in Bern gegen rechtsoffene Corona-Leugner.
Foto: Manuel Lopez 

Corona ist, wenn sich die Polizei bei den linken Demonstranten dafür bedankt, dass diese konsequent ihre Gesichter verhüllen. So geschehen am Samstag, kurz nach 14 Uhr, auf dem Berner Bahnhofplatz. Eine Gruppe von rund 50 Personen versammelte sich dort, um gegen die regelmässigen «Mahnwachen» von Gegnern der Corona-Massnahmen zu demonstrieren.

Der Hintergrund der unbewilligten Demonstration: An den Corona-Mahnwachen auf dem Bundesplatz beteiligten sich teilweise auch Rechtsextreme. Zudem weisen die von Corona-Leugnern verbreiteten Verschwörungstheorien Parallelen zu antisemitischen Verschwörungstheorien auf.

Erkennbar Rechtsextreme waren allerdings an diesem Samstag in Bern nicht auszumachen. Auf dem Bundesplatz versammelten sich lediglich eine Handvoll hippiesk wirkender Kritiker der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Zusammentreffen auf Bundesplatz

Die später auf rund 100 Personen angewachsene Demonstration linker Kreise zog über die Hauptgassen zum Kornhausplatz. Die Polizei war mit einem kleinen, sichtbaren Aufgebot präsent, hielt sich aber stark im Hintergrund. Selbst als die Demonstration über den Waisenhausplatz auf den Bundesplatz zog, wo sich einzelne Corona-Skeptiker befanden, griffen die Gesetzeshüter nicht ein.

Die Polizei liess die Demonstrierenden gewähren – selbst als diese kurz auf dem Bundesplatz vorbeischauten.
Die Polizei liess die Demonstrierenden gewähren – selbst als diese kurz auf dem Bundesplatz vorbeischauten.
Manuel Lopez 

Das war auch nicht nötig. Nach einem kurzen Schwenker über den Bundesplatz zog die Demonstration weiter Richtung Bahnhof und Bollwerk, wo sie sich anschliessend auflöste. Bis auf kleinere Verkehrsbehinderungen waren keine Zwischenfälle auszumachen.

Die Berner Stadtregierung zeigte sich dennoch wenig erfreut über das Geschehen. In einer Mitteilung drückte sie ihren Unmut darüber aus, dass mitten in der Pandemie und ohne Schutzkonzept Menschenansammlungen provoziert würden. Der Gemeinderat appelliert an die Bevölkerung, sich strikt an die Corona-Schutzmassnahmen zu halten.

chl