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Schutzmassnahmen besser kontrollierenKantone erhalten Rüffel aus Bern

In der Schweiz wurden am Wochenende mehr als 250 neue Corona-Fälle gemeldet. Das BAG weist die Kantone an, die Umsetzung von Schutzmassnahmen besser zu kontrollieren.

Besonders schwierig ist die Situation laut BAG auf Baustellen: Bauarbeiter montieren ein Betonelement während den Sanierungsarbeiten beim Saaneviadukt auf der Strecke Bern-Neuenburg, am 22. Juli 2020, in Guemmenen.
Besonders schwierig ist die Situation laut BAG auf Baustellen: Bauarbeiter montieren ein Betonelement während den Sanierungsarbeiten beim Saaneviadukt auf der Strecke Bern-Neuenburg, am 22. Juli 2020, in Guemmenen.
Keystone/Anthony Anex

Über das Wochenende sind dem Bundesamt für Gesundheit insgesamt 258 neue Covid-19-Infektionen gemeldet worden. Der Bund hat die Kantone angewiesen, besser zu kontrollieren, ob sich öffentlich zugängliche Betriebe an die Schutzmassnahmen halten.

Das BAG bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht des «Sonntagsblick». Die Kantone sollen demnach vermehrt prüfen, ob in öffentlich zugänglichen Betrieben und Einrichtungen und auch an Veranstaltungen Schutzkonzepte vorhanden sind und umgesetzt werden.

«Rüffel aus Bern»

Besonders im Visier hat das BAG Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe. Laut Zeitungsbericht liegen die Kantone in ihren Beurteilungen oft weit auseinander. Schwierig sei die Situation vor allem auf den Baustellen. Einige Kantone hätten auf den «Rüffel aus Bern» bereits reagiert und verstärkte Überprüfungen angeordnet.

«Wir müssen kontrollieren und wir tun das auch», sagte der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger, der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), am Sonntag auf Schweizer Radio SRF zur Kritik. Wo es auf Grund ihrer Einschätzung nötig sei, würden die Kantone die Kontrollen intensivieren.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden über das Wochenende und bis Sonntagmorgen 258 neue Infektionen gemeldet, die ersten 148 bis Samstag- und die übrigen 110 bis Sonntagmorgen. Insgesamt gibt es damit bisher 34'412 laborbestätigte Covid-19-Fälle.

Der 7-Tage-Schnitt liegt neu bei gut 115 neuen Fällen am Tag. Gemeldet wurde am Sonntagmorgen zudem ein neuer Todesfall; die Zahl der Verstorbenen liegt nun bei 1701.

Über eine Million App-Nutzer

Auch die Corona-Warn-App war Thema in der Sonntagspresse. Zu einem Bericht der «Sonntagszeitung», wonach die App in Einzelfällen nicht korrekt funktioniere, hielt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage fest, es habe bisher «lediglich von zwei ähnlichen Fällen Kenntnis», dies bei über einer Million Nutzer.

Grundsätzlich seien ihm technische Probleme aber nicht bekannt, ebenso wenig der von der Zeitung geschilderte Einzelfall, hielt das Bundesamt weiter fest. Aufgrund der «eher konservativen Kalibrierung» sei es aber in Einzelfällen möglich, dass trotz eines Kontakts keine Benachrichtigung erfolge.

Nach Angaben des BAG vom Sonntag lag die Gesamtzahl aller aktiven SwissCovid Apps am Samstag bei 1,19 Millionen. Die Covid-App warnt Benutzer, falls diese engen Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten.

Club in Bern geschlossen

Lokal kam es in Betrieben zu Massnahmen, nachdem Corona-Infektionen bekannt geworden waren. In der Stadt Bern liess die Kantonsärztin den Club «Kapitel Bollwerk» am Samstagabend um 23.00 Uhr schliessen.

Nachdem schon am Freitag eine Person, die am Wochenende davor den Club besucht hatte, positiv getestet worden war, stellte sich am Samstagabend heraus, dass sich zwei weitere Personen mit der Lungenkrankheit Covid-19 angesteckt hatten. Der Kanton schickte 140 Clubgäste in Quarantäne.

Die Kantonsärztin habe die Schliessung des Clubs angeordnet, um die Übertragungsketten zu unterbrechen, hiess es in der Mitteilung des Kantons weiter.

In der Stadt Zürich wurde am Wochenende ein Alterswohnheim abgeriegelt, nachdem Corona-Infektionen bei drei Mitarbeitenden und einer Bewohnerin festgestellt worden waren. Im Heim gilt vorübergehend ein absolutes Besuchsverbot, und die Bewohner und Bewohnerinnen dürfen das Haus nicht verlassen.

SDA