Zum Hauptinhalt springen

Neue Software für SozialhilfeKanton geht für Gemeinden auf Einkaufstour

Der Kanton Bern will den Gemeinden für die Sozialhilfe ein gemeinsames Fallführungssystem zur Verfügung stellen. Ob er auf die von der Stadt für Millionen mitentwickelte Lösung setzt, ist noch unklar.

Auch die Sozialdienste Thun würden dann künftig die vom Kanton eingekaufte Software verwenden.
Auch die Sozialdienste Thun würden dann künftig die vom Kanton eingekaufte Software verwenden.
Foto: Patric Spahni

Der Kanton Bern will den Gemeinden für die Sozialhilfe ein gemeinsames Fallführungssystem für die Sozialhilfe zur Verfügung stellen. Das neue IT-System soll ab 2025 schrittweise eingeführt werden.

Bisher gaben die Gemeinden gemäss einer Studie pro Jahr hochgerechnet rund sechs Millionen Franken für den Betrieb verschiedener Fallführungssysteme aus. Rund zwei Millionen Franken müssten in den kommenden Jahren investiert werden.

Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) befasst sich seit 2019 mit der Idee einer einheitlichen IT-Lösung zur Fallführung in der Sozialhilfe. Im vergangenen März überwies das Berner Kantonsparlament einen entsprechenden Vorstoss mit grossem Mehr.

Eine Online-Befragung ergab laut GSI, dass eine klare Mehrheit der Sozialdienste ein gemeinsames Fallführungssystem begrüssen würde.

Verantwortung beim Kanton

Die Frage nach dem Betriebsmodell einer solchen gemeinsamen Lösung kann die GSI derzeit noch nicht beantworten, wie sie in der Mitteilung weiter schreibt. Es herrsche jedoch Einigkeit, dass eine entsprechende IT-Lösung vom Kanton Bern beschafft werden sollte und er in der Folge auch für die strategische Weiterentwicklung verantwortlich sei.

Der Steuerungsausschuss des Projekts schlägt vor, dass sich die Gemeinden und der Kanton in unterschiedlichem Masse an den Kosten für die Projektdurchführung, den Betrieb und die Weiterentwicklung sowie für die Migration beteiligen.

Nach Verabschiedung des Auftrags durch den Regierungsrat sollen die inhaltlichen Arbeiten an die Hand genommen werden. Dabei geht es zuerst insbesondere um die Definition der Anforderungen. Die Einführung der neuen kantonalen IT-Lösung soll 2025 in den ersten Pilotsozialdiensten erfolgen.

Lohnen sich die Investitionen der Stadt?

Eine zeitgemässe und kantonal einheitliche Fallführungssoftware würde die Arbeit von Sozialdiensten und Kantonsbehörden massiv vereinfachen. Darüber sind sich eigentlich alle einig. Wirklich aktiv ist bisher aber nur die Stadt Bern geworden. Sie hat mit dem Kanton Basel-Stadt und der Stadt Zürich den Verein Citysoftnet gegründet, um eine solche Software entwickeln zu lassen. Dies lässt sich die Stadt rund 15 Millionen Franken kosten – dies mit dem Ziel sie auch andern Gemeinden anzubieten. Um so gespannter dürfte man auf den kantonalen Entscheid warten. Noch will sich der Kanton aber nicht auf Citysoftnet festlegen, sondern auch andere Varianten prüfen.

SDA