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Verstörende Aktion Kanton Bern prüft, juristisch gegen Stefan Theiler vorzugehen

Der Berner Aussenseiterkandidat Stefan Theiler hat die Kantonsärztin Linda Nartey diese Woche auf eine befremdliche Art belästigt. Beim Kanton ist man «zutiefst schockiert».

Stefan Theiler redet an der Tramhaltestelle Kornhaus auf eindringliche Weise auf die Kantonsärztin ein. Er lässt sich dabei filmen.
Stefan Theiler redet an der Tramhaltestelle Kornhaus auf eindringliche Weise auf die Kantonsärztin ein. Er lässt sich dabei filmen.
Screenshot aus dem Video, das Theiler aufnehmen liess.

Letzte Woche, vermutlich am Mittwochabend, hat Stefan Theiler die Kantonsärztin Linda Nartey in der Berner Altstadt bedrängt und belästigt. Der Vorfall, über den die «Berner Zeitung» am Samstag berichtet, wird vom Kanton bestätigt.

Theiler war Nartey bei Dunkelheit während mehrerer Minuten durch die Lauben gefolgt und hatte auf sie eingeredet, ihr Vorwürfe zur ihrer Amtsführung in Corona-Zeiten gemacht und sie auch persönlich beleidigt. Dabei liess Theiler sich von einer weiteren Person filmen, die sich ab und zu ebenfalls an der Tirade beteiligte. Theiler hielt gegenüber Nartey, soweit sich das auf dem Video erkennen lässt, immer eine gewisse Distanz ein.

Die Kantonsärztin ging scheinbar unbeeindruckt ihres Weges und bestieg bei der Haltestelle Kornhausplatz ein Tram. Während einer kurzen Wartezeit schalteten sich Passanten ein und wiesen Theiler an, mit der Belästigung aufzuhören.

Theiler muss mit Reaktion rechnen

Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern, sagte am Samstag auf Anfrage, man sei «zutiefst schockiert, dass so etwas passieren konnte» – gerade in einer Situation, wo die Infektionszahlen heftig anstiegen und alle versuchten, der zweiten Welle der Corona-Pandemie mit aller Kraft entgegenzutreten. Der Rechtsdienst sei informiert worden. Man prüfe nun, ob gegen Theiler rechtliche Schritte unternommen würden. Die Kantonsärztin Linda Nartey äussert sich laut Giebel nicht persönlich zum Vorfall.

Auffällige Persönlichkeit

Stefan Theiler gilt in der Stadt Bern als auffällige Persönlichkeit. Er betreibt in der Altstadt eine Videothek, sympathisiert seit längerem mit Verschwörungstheoretikern und kandidiert immer wieder erfolglos für alle möglichen Ämter – bei den kommenden Wahlen auch für den Stadtberner Gemeinderat. Und es ist nicht das erste Mal, dass er andere Leute belästigt. Vor drei Jahren beleidigte er auf seiner Facebook-Seite einen Wirt. Dieser liess es sich nicht gefallen und ging juristisch gegen Theiler vor. Dieser erhielt eine Busse.

Am Samstag bei den Corona-Skeptikern

Am Samstag nahm Stefan Theiler zudem an der Demonstration der Corona-Skeptiker auf dem Bundesplatz teil. Sein Auftritt dauerte nicht lange: Die Polizei wies ihn weg.

Auf seiner Facebook-Seite hat Theiler mittlerweile eine wortreiche Rechtfertigung aufgeschaltet. Darin greift er die Medien an und schreibt, er werde diffamiert und er erhalte keine Gelegenheit, sich ausführlich zu äussern.

Stefan Theiler am Samstag an der Demonstration der Corona-Skeptiker in Bern.
Stefan Theiler am Samstag an der Demonstration der Corona-Skeptiker in Bern.
Raphael Moser
Schon im März während der ersten Corona-Welle machte sich Stefan Theiler mit eigenwilligen Aktionen bemerkbar.
Schon im März während der ersten Corona-Welle machte sich Stefan Theiler mit eigenwilligen Aktionen bemerkbar.
Raphael Moser
37 Kommentare
    Stefan Reiser

    Zweifelhafter Journalismus , schwer an der Grenze zum Rufmord .

    Warum lässt Ihr nicht die betroffenen Personen zu Wort kommen ?

    Ich anerkenne , dass Herr Theiler ein Patriot und in gewissem Sinn

    eine charismatische Persönlichkeit ist .

    Gegen einen bescheidenenen Patriotismus ist nichts einzuwenden .

    Kämpft man allerdings für eine gerechtere Welt , so wird aus der

    Liebe zum Vaterland ein menschenfeindlicher Nationalismus .

    Herr Theiler , kommen sie zur Besinnung , bevor Sie untergründig von einem

    Botschafter der Liebe zu einem Botschafter des Hasses werden .