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Schwierige Verwandtschaft«Kann die Ask-Force diese Frage beantworten?»

Cousinen, Basen, Vettern, «Növös» – Verwandtschaftsgrade sorgen seit jeher für Verwirrung. Wir schaffen Orientierung.

Der Alpöhi – hier mit Heidi und Peter – leitet seine Bezeichnung mutmasslich von Oheim ab. Der Oheim ist der Bruder der Mutter, heute würden wir Onkel sagen.
Der Alpöhi – hier mit Heidi und Peter – leitet seine Bezeichnung mutmasslich von Oheim ab. Der Oheim ist der Bruder der Mutter, heute würden wir Onkel sagen.
Foto: LMS

Zuerst eine Durchsage in eigener Sache: Der vor einer Woche lancierte Aufruf, unser Gremium mit Fragen zu versorgen, hat eine erfreuliche Wirkung gezeitigt. Es sind zahlreiche Zuschriften eingegangen, die wir nun nach Gutdünken und ohne Priorisierung abarbeiten. Wir danken herzlich!

Bei einem gesitteten Tee- oder Kaffeegespräch bietet die Verwandtschaft nicht selten Stoff zu freundlichen und weniger freundlichen Betrachtungen. Dabei handelt es sich um private Angelegenheiten, die wir an dieser Stelle nicht verhandeln können. Wir bemühen uns aber um eine genaue Terminologie, denn Herr F. aus Schwarzenburg beschäftigt sich mit den Begriffspaaren Cousin/Cousine, Neffe/Nichte und Vetter/Base. «So weit, so gut», schreibt er, «im Berndeutschen höre ich oft vom Növö. Wenn ich nach der weiblichen Form von Növö frage, dann ist Nachdenken. Kann die Ask-Force diese Frage beantworten?»

Natürlich können wir, aber wir müssen etwas ausholen. Heute werden ja Cousin und Vetter sowie Cousine und Base als gleichbedeutend betrachtet, doch früher war der Vetter der Bruder des Vaters. Wie verwirrend Verwandtschaftsbeziehungen sind, geht auch aus dieser Bemerkung in Grimms Wörterbuch hervor: «In alter Zeit würde der Neffe seine Tante Base genannt haben.» Luther wiederum bezeichnete die Base sogar als Wase und die Schwiegertochter als Schnur.

Es gibt weitere Bezeichnungen, die zu Kopfzerbrechen oder «Hirnzermürbung» führen können, wie etwa Oheim, Muhme und Eidam. Wir können sie nicht einfach übergehen, ist doch Oheim nicht ein Ausruf, wenn man die Hypothek für das Haus nicht mehr zahlen kann, sondern das alte Wort für den Onkel mütterlicherseits, also den Bruder der Mutter, während die Muhme, die Schwester der Mutter, also eine Tante ist. Für Eidam kann man auch Schwiegersohn sagen.

Weil wir es auf Geheiss der gestrengen Französischlehrerin ins Vocabulaire eintragen mussten, wissen wir noch heute ohne nachzudenken, dass die weibliche Form von «Növö» Nièce ist, obwohl eine «Növöse» nice to have wäre, weil es (faule) Kalauer mit nervös erlaubte.

Es gibt nichts «Növöses» unter der Sonneaskforce@derbund.ch