Zum Hauptinhalt springen

Fernsehmacher als FrauenrechtlerJoko und Klaas gegen sexualisierte Gewalt

Die beiden Showmaster Joko und Klaas führten Männerwelten vor – aus Sicht der Frauen. Bravo!

Joko (rechts) und Klaas waren zur Primetime politisch korrekt – und gaben Frauen das Wort.
Joko (rechts) und Klaas waren zur Primetime politisch korrekt – und gaben Frauen das Wort.
Foto: PD

Es sind schockierende Zahlen: Mehr als jede zweite Frau in der Schweiz hat schon sexuelle Belästigungen erlebt; über 20 Prozent der Frauen haben Handlungen erduldet, die juristisch als sexuelle Gewalt taxiert werden; und jede achte hat Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen erleiden müssen. In Deutschland sind die Zahlen ähnlich – und die TV-Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, bekannt als Joko und Klaas, wollten, dass das Thema in Corona-Zeiten nicht vergessen geht. Also haben sie am Donnerstag zur Primetime die 15 Sendeminuten, die sie beim Sender Prosieben erspielt haben, als Spotlight dafür genutzt.

In dieser Ausgabe von «Joko & Klaas Live» führte die Autorin und Journalistin Sophie Passmann durch eine fingierte und doch furchtbar reale Kunstausstellung mit dem Titel «Männerwelten» – diese Führung ist immer noch abrufbar, sie ist allerdings nichts für empfindliche Seelen.

Da gibts verpixelte Dickpics en masse, welche die Herren der Schöpfung weiblichen TV-Persönlichkeiten, Influencerinnen und ganz normalen Frauen ungefragt und ungehemmt zuschicken. Man muss sich unsägliche (und nicht erfundene!) Chat-Anmachen anhören, die schnell ins Gehässig-Gewalttätige umschlagen, wenn frau nicht begeistert darauf reagiert. Auch die von verschiedenen Frauen wie Fernsehmoderatorin Jeannine Michaelsen und Rapperin Visa Vie vorgetragenen Hasskommentare, die sie schon erhalten haben, lassen einen an den Geschlechterverhältnissen schier verzweifeln. Time’s up!

Joko und Klaas bespielen dieses besondere Showformat bereits seit einem Jahr – und sie haben dabei immer wieder auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam gemacht, sich aber bisweilen selbst auch Missgriffe geleistet. Diesmal liegt der Missgriff, der Übergriff bei anderen.