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Einspruch abgelehntJohnny Depp blitzt vor Gericht schon wieder ab

Der Schauspieler wehrt sich erfolglos gegen seine Niederlage im Zwist mit der Presse. Nun ist auch klar, wer an seiner Stelle die Serienrolle als Bösewicht erhält.

Zerstörerische Beziehung zur Exfrau: Johnny Depp vor dem High Court.
Zerstörerische Beziehung zur Exfrau: Johnny Depp vor dem High Court.
Foto: Keystone

Ein Londoner Gericht hat den Einspruch des Hollywood-Stars Johnny Depp gegen seine Niederlage im Streit mit der Boulevardzeitung «Sun» abgelehnt. «Ich sehe in der Begründung des Einspruchs keine ernsthaften Aussichten auf Erfolg», sagte der zuständige Richter am High Court den Berichten britischer Medien zufolge. Bis zum 7. Dezember kann Depp jedoch noch einen weiteren Versuch beim Berufungsgericht machen. Der 57 Jahre alte Schauspieler solle ausserdem bereits eine erste Summe von 628 000 Pfund an Rechtskosten an die «Sun» zahlen, hiess es vom Gericht.

Depp hatte gegen den Verlag wegen eines Artikels geklagt, in dem behauptet wurde, er habe seine Ex-Frau Amber Heard (34) körperlich misshandelt. Der High Court in London hatte die Klage Depps gegen die «Sun» Anfang November jedoch abgewiesen. Die Mehrheit der in der Zeitung erwähnten Vorwürfe habe sich als wahr erwiesen, urteilten die die Richter. Depps Anwältin kritisierte, das Gericht habe sich nur auf die Aussagen von Depps Ex-Frau Amber Heard verlassen und Gegenbeweise von Polizei, Medizinern und anderen Zeugen ignoriert.

Die ganze Welt schaute hin

Der Prominenten-Prozess hatte im Sommer weltweite Aufmerksamkeit erregt. Wochenlang zeichneten Depp («Fluch der Karibik») und seine Ex-Ehefrau («Zombieland») das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung. Das Urteil der Richter hat auch erhebliche Folgen für Depps Karriere: Der Schauspieler hatte Anfang November seinen Rückzug aus der Filmserie «Phantastische Tierwesen» mitgeteilt, das Studio Warner Bros. habe ihn zuvor darum gebeten.

Der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen ersetze nun Depp als Bösewicht in der Serie, teilte Warner Bros. diese Woche mit. Der 55-Jährige übernimmt die Rolle des Zauberers Gellert Grindelwald. Mikkelsen kennt sich mit düsteren Charakteren aus. In «Casino Royale» spielte er James Bonds vernarbten Widersacher, in der US-Serie «Hannibal» den gleichnamigen Psychopathen.

SDA

2 Kommentare
    Paolo Martinoni

    Vor einem Gericht blitzt ein Mann a priori ab, wenn die Anklägerin eine Frau ist - bereits seit ein paar Jahrzehnten und immer öfter. Der Trend ist klar und wird sich nach und nach verstärken. Schon heute kann jede beliebige Frau, ohne auch nur einen Beweis dafür zu liefern, jeden beliebigen Mann der Gewalt oder sexuellen Belästigung bezichtigen - und dadurch wird er auch für schuldig befunden. Die Unschuldsvermutung gilt in einem solchen Fall nicht mehr. Eine der wichtigsten Errungenschaften der Aufklärung wird gekippt. Die Frauenbewegung hat sich eine so genannte Beweislastumkehr erwirkt - und das ist für jeden, der mit einem Rechtsempfinden ausgestattet ist, äusserst bedenklich. Zur Zeit der Inquisition waren Frauen der Willkür der Männer komplett ausgeliefert, ein Gerücht, ein Verdacht, eine Laune reichten aus, um eine Frau hinzurichten - von Gerechtigkeit keine Spur: Früher oder später werden wir dasselbe nochmals erleben in umgekehrter Richtung.