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US-Präsident Joe BidenEin Sieger, der auch den Schmerz kennt

Joe Biden weiss, was Leid bedeutet. Deshalb ist er der richtige Präsident für ein verwundetes Amerika. Doch die Aufgabe ist schwierig – auch weil er in der eigenen Partei Widersacher hat.

Seine Maske wurde im Wahlkampf zu einem politischen Symbol: Joe Biden, der neue US-Präsident.
Seine Maske wurde im Wahlkampf zu einem politischen Symbol: Joe Biden, der neue US-Präsident.
Foto: Kevin Lamarque (Reuters) 

Gewonnen ist gewonnen, die US-Verfassung kennt da keine Grautöne. Der Präsidentschaftskandidat, der im Electoral College mindestens 270 Stimmen bekommt, zieht ins Weisse Haus ein. Joe Biden mag sich einen klareren Sieg über Donald Trump gewünscht haben, einen Triumph, der ihm die Möglichkeit gegeben hätte, zu behaupten, er habe ein grosses Mandat des amerikanischen Volkes erhalten. So kam es nicht, Biden gewann knapp. Aber das ist zweitrangig. Fest steht: Joseph Robinette Biden Jr. wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Dass Biden nun dort ist, wo er ist, hat direkt mit jenem Mann zu tun, der der 45. Präsident war und der die Wahl verloren hat – mit Donald Trump. Der Demokrat Biden hat mehr als vier Jahrzehnte in der US-Politik verbracht, 36 Jahre davon als Senator, danach 8 Jahre als Vizepräsident von Barack Obama. Er hat während dieser Zeit zweimal vergeblich versucht, Präsidentschaftskandidat seiner Partei zu werden. Es gab in Washington daher viele Menschen, die Biden zwar durchaus mögen, aber zugleich auch der Ansicht waren, er habe sein politisches Potenzial eigentlich spätestens mit der Vizepräsidentschaft ausgereizt.

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