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Swiss Indoors gestrichenJetzt fällt auch der grösste Schweizer Sportanlass aus

Turnierchef Roger Brennwald muss das Hallenturnier von Ende Oktober streichen, weil die Gesundheit der Besucher nicht zu garantieren ist. Geisterspiele wie am US Open sind kein Thema.

Keine Konfetti in diesem Jahr: Die Swiss Indoors fallen aus, Roger Federer bleibt Titelhalter.
Keine Konfetti in diesem Jahr: Die Swiss Indoors fallen aus, Roger Federer bleibt Titelhalter.
Foto: Alexandra Wey/Keystone

Dass Vorjahressieger Roger Federer dieses Jahr nicht an den Swiss Indoors auftreten würde, ist seit einer Woche bekannt. Er musste sich ein zweites Mal am rechten Knie operieren lassen und fällt für den Rest der Saison aus. Nun verdichtet sich die Gewissheit: Gespielt wird in diesem Jahr gar nicht in der St.-Jakobs-Halle. Ausgerechnet das Jubiläumsturnier wird gestrichen, 50 Jahre nach der Premiere in einer Ballonhalle in Muttenz. Nach längerer Evaluation kamen Turnierchef Roger Brennwald und sein Vize Daniel Chambon zum Schluss, dass «eine Indoor-Austragung mit gut 10’000 Besuchern und Mitarbeitenden pro Tag in diesem Jahr angesichts der medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Unsicherheit nicht durchführbar» sei.

Mit der Absage Federers hat der Entscheid nichts zu tun. Er war, wie zu vernehmen ist, schon vorher gefallen. Weil die Swiss Indoors Lizenznehmer sind bei der ATP, die den Kalender ja neu organisiert und ab August möglichst viele Turniere noch reinquetschen möchte, ist die Pressemitteilung vorsichtig formuliert. Da steht: «Im Rahmen des gegenseitigen Austausches haben die Swiss Indoors Basel der ATP mitgeteilt, dass sie wegen der gegenwärtigen Lage auf die diesjährige Austragung des Turniers verzichten möchten. Mitte Juli will dann die ATP über den Rest der Saison informieren.»

In guter Basler Gesellschaft

Inzwischen ist ja bekannt, dass die Profitour Mitte August in den USA fortgesetzt wird, ab dem 31. folgt das US Open. «Mögliche Geisterspiele sowie Social Distancing mit einem reduzierten Zuschaueraufkommen kommen für uns in Basel allein schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage», sagt Brennwald. Die Swiss Indoors sind in Basel mit ihrer Absage in guter Gesellschaft: Auch die Art Basel (17. bis 20. September) und die Baloise Session (24. Oktober bis 12. November) wurden für dieses Jahr bereits gestrichen.

Die Swiss Indoors sind mit einem Budget von rund 19 Millionen Franken der grösste jährlich wiederkehrende Sportanlass in der Schweiz. Die angekündigte Absage schafft immerhin frühzeitig Klarheit. Das Turnier hätte vom 24. Oktober bis 1. November stattgefunden, nun richtet sich der Blick bereits auf 2021. Die Tickets für dieses Jahr behalten ihre Gültigkeit für 2021 oder werden zurückerstattet. Und immerhin darf man hoffen, dass auch Federer nächstes Jahr wieder am Start ist. Das Turnier wird dann 51 sein, er 40. Das wäre dann ja auch ein Jubiläum.