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Ask-Force – Füchse als Verkehrsteilnehmer«Ist das nicht ein Widerspruch in sich?»

Frau B. zweifelt den Wahrheitsgehalt einer Verkehrsmeldung an, wonach Füchse gleichzeitig streunen und verharren können. Die Ask-Force schafft Klarheit.

Die Faust- oder «Pfotenregel», wonach Füchse sich eher im Gebüsch als auf der Strasse aufhalten sollen, ist weiterhin gültig.
Die Faust- oder «Pfotenregel», wonach Füchse sich eher im Gebüsch als auf der Strasse aufhalten sollen, ist weiterhin gültig.
Foto: Wikimedia

Zwar hat sich die Ask-Force bereits vor Wochenfrist mit einer Frage aus dem Polizeimilieu (fehlerhafter Rechner) beschäftigt, das soll aber kein Hinderungsgrund sein, nun erneut einen Sachverhalt zu erläutern, bei dem Gesetzeshüter involviert sind – umso mehr, weil die Frage Aktualität besitzt. In der Nacht auf Samstag, 27. Juni, war nämlich der Verkehr auf der A16 zwischen Porrentruy und Courgenay im Kanton Jura zeitweise lahmgelegt. Der Autobahnabschnitt musste für fast eine Stunde (!) gesperrt werden. In ihrer Hauspostille «Bund» fand die aufmerksame Leserin B. am Montag in einer Kurzmeldung die Erklärung «herumstreunende und hartnäckig auf der Fahrbahn verharrende Füchse» seien dafür verantwortlich gewesen.

«Ist das nicht ein Widerspruch in sich?», fragt Frau B. «Kann man gleichzeitig herumstreunen und verharren? Und das noch hartnäckig?» Füchse seien zwar, wie die gängigen Märchen von Reineke Fuchs bewiesen, sehr schlaue Tiere, sie zweifle aber, ob ihnen ein solches Multitasking zuzutrauen sei, so Frau B.

Könnte es sich um eine Eigenart jurassischer Füchse (vulpes vulpes rauraciensis) handeln, dass sie logische Widersprüche sehr gut in sich vereinen können? Ernst zu nehmende Biologen wollen von einer solchen Unterart nichts wissen – wir schliessen uns ihnen an, denn die Ask-Force befindet sich immer auf der Seite der Ernstzunehmenden.

Wir fühlen uns an das Pfeil-Paradoxon der alten Griechen erinnert, wonach der fliegende Pfeil zu jedem Zeitpunkt einen bestimmen, fest und genau umrissenen Ort einnehme, sich also gar nicht bewege, sondern vielmehr ruhe. Die schlauen Füchse haben uns also auf die schönste Weise vor Augen geführt, dass dieses berühmte Paradoxon auch für Lebewesen gilt. So erklärte es der deutsche Philosoph Hegel: «Es bewegt sich etwas nur, nicht in dem es in diesem Jetzt hier ist und in einem anderen Jetzt dort, sondern in dem es in ein und demselben Jetzt hier und nicht hier, indem es in diesem Hier zugleich ist und nicht ist.» Die Ask-Force hat übrigens die Aufnahme von Hegel in unser Gremium bereits mehrmals und hartnäckig abgelehnt – nun sehen Sie auch warum.

Die Ask-Force löst (fast) alle logischen Probleme – askforce@derbund.ch