Zum Hauptinhalt springen

Tagebücher zur Corona-ZeitIntimhygiene mit dem Gartenschlauch

Rückblick auf eine noch nicht überwundene Zeit: Die Anthologie «Schwellenzeit» mit Beiträgen von Autorinnen und Autoren aus der ganzen Welt und das Corona-Journal «Fieber» des Berner Journalisten Samuel Geiser.

Fragen über Fragen provoziert die Corona-Krise: Klösterlistutz Bern im April 2020.
Fragen über Fragen provoziert die Corona-Krise: Klösterlistutz Bern im April 2020.
Foto: Alexander Egger

Nachdem er im Supermarkt hat feststellen müssen, dass viele Waren nicht mehr verfügbar sind und insbesondere Toilettenpapier auf reissende Nachfrage stösst, kehrt der Schriftsteller T.C Boyle an einem Frühlingstag 2020 wieder nach Hause im kalifornischen Montecito zurück. Er und seine Frau verrichten in den nächsten Tagen ihr Geschäft auf dem Komposthaufen vor dem Haus. «Danach spritzen wir uns gegenseitig mit dem Gartenschlauch ab. Das ist nicht ideal, aber die Zeiten sind hart.»

Im Berner Breitenrainquartier lebt der pensionierte Journalist Samuel Geiser mit seiner Lebenspartnerin in einer sanierten Altbauwohnung mit hohen Räumen und einem Hinterhof samt Blumengarten und Teich. Das Fest zum 70. Geburtstag fällt aus, nachdem der Bundesrat den Notstand ausgerufen hat. Geiser beschliesst, im Lockdown Tagebuch zu führen unter dem Motto: «Wach bleiben, selber denken Einmal stellt er fest, dass das Virus nicht nur zu mehr Solidarität führe, sondern auch trennend wirke: «Menschen, die ansonsten ähnlich ticken, erkennen im anderen plötzlich den ‹Verharmloser beziehungsweise den Panikmacher›. Kulturkämpfchen unter Privilegierten im Reich der Verschonten.»

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.