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Kommentar zum Corona-ImpfpassEin Impfpass würde nur Streit bringen

Soll nur noch reisen dürfen, wer gegen Covid geimpft ist? Die Schweiz als Schengen-Mitglied müsste wohl mitziehen, sollte sich die EU auf einen Impfpass einigen. Die Diskussion über ein Impfzertifikat führt aber in eine Sackgasse.

Soll nur noch reisen dürfen, wer geimpft ist?
Soll nur noch reisen dürfen, wer geimpft ist?
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Es gibt gute und weniger gute Ideen. Die Idee eines Impfzertifikats als Schlüssel zur Reisefreiheit nach Corona dürfte in die zweite Kategorie gehören. Die griechische Regierung forciert den Vorschlag eines Impfnachweises, natürlich mit Blick auf die grosse Bedeutung des Tourismussektors für das Land. Andere sind in der Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zur Vorvirusnormalität aufgesprungen. Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen an ihrem virtuellen Gipfel diesen Donnerstag darüber reden.

Die Diskussion könnte allerdings in Teufels Küche führen und ist zudem überhaupt verfrüht. Zu viele Fragen sind offen, und das Thema Impfzertifikat als Reisebegleiter innerhalb Europas ist unnötig polarisierend. Setzt sich die Idee durch, müsste die Schweiz als Schengen-Mitglied wohl oder übel mitmachen. Noch ist aber unbekannt, wie lange ein Vakzin wirkt und ob bereits geimpfte Personen ansteckend sind oder nicht, wenn sie mit dem Virus in Kontakt kommen. Ein Impfpass würde zu einer Zweiklassengesellschaft führen, zu Grenzschliessungen durch die Hintertür. Die Geimpften dürften sorgenlos reisen, während die anderen weiterhin zu Hause bleiben müssten.

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