Immer wieder ins Wasser – Golf-Champion verzweifelt regelrecht

Am US Masters muss sich Vorjahressieger Sergio Garcia an einem Loch 13 Schläge notieren lassen – ein Rekord.

Titelverteidiger Sergio Garcia versenkte den Ball am 15. Loch fünfmal hintereinander im Teich – das US Masters ist für den Spanier damit bereits nach dem ersten Tag gelaufen. (Video: Tamedia/AP)

Dem spanischen Golfprofi Sergio Garcia ist am ersten Tag des 82. US Masters passiert, was sonst nur Amateuren unterläuft: Er hat das 15. Loch sprichwörtlich verhauen und mit 13 Schlägen einen Negativrekord egalisiert. Erst zwei Golfer benötigten am US Masters so viele Versuche, um den kleinen Ball zu versenken.

Wobei, versenkt hat Garcia seinen Ball insgesamt sechsmal: Fünfmal hintereinander im Wasserhindernis und zu guter Letzt doch noch ordnungsgemäss im Loch.

Fünf Schläge wären für das 15. Loch vorgesehen, mit 13 Versuchen musste sich Garcia also eine fette +8 notieren lassen. Für den Titelverteidiger kam das Debakel völlig unerwartet, denn im Vorjahr brillierte er in seiner Schlussrunde an selber Stelle noch mit einem Eagle – er benötigte nur drei statt fünf Schläge. Es war damals die Grundlage für seinen Triumph.

Nur ein Amateur ist schlechter klassiert

Auch am Donnerstag wuchtete er den Ball bereits mit dem zweiten Schlag aufs Grün, nur rollte dieser von dort zurück, zuerst ins dichtere Gras, wo er aber nicht etwa liegen blieb, sondern weiter rollte und schliesslich im Wasserhindernis landete. Zum zweiten Versuch kam somit noch ein Strafschlag dazu und Garcia musste von gleicher Stelle zum nun vierten Schlag ansetzen. Das Resultat war das gleiche: Der Ball landete auf dem Grün, rollte ins Wasser zurück – Strafschlag. Der Spanier wiederholte das noch dreimal, bevor er es beim sechsten Versuch – wegen der Strafschläge war das mittlerweile der 12. Schlag – doch noch schaffte, dass der Golfball auf dem Grün liegen blieb.

Der Spanier konnte sich das Debakel nicht erklären: «Es waren alles gute Schläge», konstatierte er nach seiner Runde frustriert, «aber der Ball wollte nicht liegen bleiben und rollte jedes Mal zurück.»

Die anderen Spieler hatten diese Probleme allerdings nicht, das 15. Grün gilt dieses Jahr als zweiteinfachstes Loch der 18er-Runde in Augusta.

Auf Twitter folgten Reaktionen auf Garcias Aussetzer prompt:

Mit einem langen Putt rettete sich der Spanier immerhin noch zum geteilten Rekord der meisten Schläge für ein Loch: 13. Seit 38 Jahren benötigte kein Golfer mehr so viele Versuche.

Auf seiner ersten Runde benötigte Garcia insgesamt 81 Schläge, das sind neun über Par und die schlechteste Auftaktrunde eines Titelverteidigers in der Geschichte des Masters. Dieses gibt es immerhin seit 1934. Damit liegt der 38-jährige Spanier so weit zurück, dass er den dritten Spieltag wohl nur noch als Zuschauer erleben wird, denn nach der zweiten Runde vom Freitag dürfen am Wochenende nur noch die besten Spieler um den Titel spielen. Garcia liegt momentan auf Rang 85, nur ein unbekannter Amateur ist hinter dem Vorjahressieger klassiert.

Ein ähnliches Malheur konnte bereits 1996 verfolgt werden, damals allerdings im fiktiven Film «Tin Cup» mit Kevin Costner. Auch dort scheitert der Golfer immer und immer wieder am gleichen Schlag und sein Ball landet im Wasser. Einziger Unterschied: In der Hollywood-Version versenkt Kevin Costner den Ball letztlich direkt im Loch:

Ausschnitt aus dem Hollywood-Film «Tin Cup».

Woods verhalten, umgeknickter Finau ausgezeichnet

Golflegende Tiger Woods galt nach langer Durststrecke als Mitfavorit am US Masters. Das vielbeachtete Comeback auf der grossen Bühne lief dem Rekordgolfer aber nicht ganz wie gewünscht – mit 73 Schlägen liegt er nach dem ersten Tag auf Position 29 und hat bereits sieben Schläge Rückstand auf Jordan Spieth, den Masters-Sieger von 2015.

Besser lief es Tony Finau, der sich am Mittwoch nach einem Zauberschlag beim Jubeln verletzte. Sein Hole-in-one beim speziellen Wettbewerb vor dem Masters zwang ihn zu einem MRT-Scan, nachdem sein Fuss beim Jubeln drastisch umgeknickt war. Den bangen Stunden, ob er überhaupt würde spielen können, folgte dann ein ausgezeichneter Auftakt ins Turnier. Mit 68 Schlägen gelang ihm die zweitbeste Runde aller Golfer, unter anderem dank eines Birdie am 15. Loch.

Golfer verletzt sich beim Jubeln

Am Mittwoch beim Jubeln übelst umgeknickt: Justin Finau konnte trotzdem zum US Masters antreten, wo ihm die zweitbeste Startrunde des Felds gelang.

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