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Kolumne Max KüngIch war noch niemals in … wo zur Hölle bin ich denn hier gelandet?

Unser Autor testet das Spiel GeoGuessr.

Fürs virtuelle Reisen braucht man keine Zahnbürste einzupacken: Unser Autor landete am Browns Creek Drive in Tennessee.
Fürs virtuelle Reisen braucht man keine Zahnbürste einzupacken: Unser Autor landete am Browns Creek Drive in Tennessee.
Foto: Max Küng

Der Velofahrer Marc Hirschi sagte unlängst in einem Interview, er habe sich nach Reisen gesehnt, als er noch KV-Angestellter gewesen sei. Nun als Radprofi und Sportzirkusnomade würde er «am liebsten zu Hause bleiben». So ist er, der Mensch: Will immer das, was er nicht hat. Und umgekehrt.

Unklar jedoch, ob die Hoffnung einen in die Ferne lockt, dort etwas zu finden, was man sich ersehnt. Oder ob der Leidensdruck ob der Ödnis des Alltags einen zu Echappements drängt.

Ein Freund von mir hasst das Reisen. Er meint: «Man kommt als genau derselbe Mensch zurück, der man war, bevor man losfuhr – bloss müder.» Und die Frage sei erlaubt, ob das Reisen nicht Selbstbetrug ist. Sucht man nicht bloss die Dinge, die man von Bildern oder dem Hörensagen her schon kennt, die man zu sehen erwartet und auf der To-see-Liste abhakt, indem man sie knipst, ein weiteres Foto zu den 5786 bereits auf der Speicherkarte dösenden Bildern hinzufügt?

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