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Kolumne Max KüngIch war noch niemals in der Länggasse, Bern, Teil 2

Das Quartier ist ein Mix aus Villen, Arbeiterhäusern, Siebzigerjahre-Bauwutzerstörung, Kleingewerbe und Beizen. Ein ziemlicher guter Mix also!

Wie aus einem Filmset – nur aus welchem? Im Herzen des Länggassquartiers.
Wie aus einem Filmset – nur aus welchem? Im Herzen des Länggassquartiers.
Foto: Max Küng

Das Spazieren ist dem Schriftstellern nicht unähnlich, denn bei beiden Disziplinen ist eine gewisse Absichtslosigkeit und ein nicht zu stark forciertes Tempo von Vorteil. Und so streift einem Kater gleich Christoph Simon durch sein Revier, die Länggasse – und wir folgen ihm.

Was sich dem ortsunkundigen Naivling bald erschliesst: «Die Länggasse» (gerne auch ohne «e» am Ende gerufen) ist keine Gasse mit Anfang und Ende, sondern bezeichnet ein ganzes Quartier, welches auch nicht lang, sondern je nach Deutung grösser oder kleiner ist.

Durschnitten wird das Quartier von der Länggassstrasse, welche Christoph Simon aber kaum je überschreitet. Als wäre die Strasse ein unüberwindlich scheinender reissender Strom im Amazonas, blickt er auf das gegenüberliegende Ufer. «Ich geh da nur rüber, wenn eine Abdankung ansteht. Oder zum Kerzenziehen.» Denn drüben liegt die auf das Pauluswort «Glaube, Hoffnung, Liebe» (1. Korinther 13,13) geweihte Kirche mit dem prägnanten Jugendstil-Turm und einer 2300 Pfeifen starken Orgel.

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