«Ich mache mir Vorwürfe»

Beinahe wäre die Schweiz noch zum Punktgewinn gegen Chile gekommen, doch Eren Deriyok vergab in der 90. Minute die grosse Ausgleichschance.

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Trotz über 60 Minuten in Unterzahl gegen ein starkes Chile, wäre die Schweiz beinahe noch zum Ausgleich gekommen – «die Belohnung für eine kämpferische Topleistung» (Hitzfeld). Doch Eren Derdiyok vergab nach einem wunderbaren – dem einzigen richtigen, bleibt anzumerken – Angriff über Reto Ziegler und Albert Bunjaku. «Diese Riesenchance muss ich machen», gab sich der Leverkusen-Spieler selbstkritisch. «Aber es hatte heute irgendwie alles gepasst: Ich war zuerst nur auf der Bank, dann stand ich schlecht zum Ball und traf noch die falsche Entscheidung», gab er zu Protokoll.

Schon im Spiel gegen Spanien vergab Derdiyok eine grosse Chance, als er nach einem wunderbaren Solo vorbei an Gérard Pique und Carles Puyol nur den Pfosten traf. «Nach dem 1:0-Sieg machte ich mir weniger Vorwürfe. Aber jetzt sieht man, dass ich noch etwas mehr Zeit gehabt hätte, ich hätte den Ball sogar annehmen können», haderte der vor neun Tagen 22 Jahre alt gewordene Stürmer. Er sei vielleicht etwas irritiert gewesen, da doch noch einige Verteidiger um ihn herumgestanden hätten.

«Dem Trainer zeigen, dass er keine andere Wahl mehr hat»

Für ihn hatte der Tag schon mit einer grossen Enttäuschung begonnen. Ottmar Hitzfeld setzte trotz dem guten Spiel gegen Spanien nicht auf ihn, sondern auf den Captain und Rekordtorschützen Alex Frei. «Der Trainer hat es mir im Gespräch erklärt, ich muss das respektieren», sagte der Basler. Einen genauen Grund habe er ihm nicht nennen können, aber «er wollte zwei Stammspieler wieder zurück bringen». Selber habe Derdiyok im Spiel gegen Spanien gezeigt, dass er fit war. «Jetzt muss ich einfach dranbleiben, und dem Trainer zeigen, dass keine anderen Wahl mehr hat», so Derdiyok.

Auch Derdiyok ärgerte sich über die rote Karte und «vor dem Tor war anscheinend Offside». Man dürfe jetzt aber den Grund nicht beim Schiedsrichter suchen. «Aber natürlich sind wir emotional hässig auf den Schiedsrichter», stimmte Derdiyok in das allgemeine Klagen über die Leistung von Khalil Al Ghamdi ein. Er fand aber auch, dass die Schweiz am Ende etwas zu riskant gespielt hatte. «Das 0:2 wäre schlimmer gewesen.»

DerBund.ch/Newsnet

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