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Sich selbst therapierenIch hasse dich – und will dich wiedersehen

Was, wenn man das frühere Kollegenschwein oder die sadistische Schwimmlehrerin aus der Jugend plötzlich vermisst?

Illustration: Steven Wilson

Wenn ich nach langer Zeit mal wieder Sport treibe, spüre ich am Tag darauf Teile meines Körpers, von denen ich gar nicht wusste, dass sie überhaupt existieren. Etwas Ähnliches geschieht mitunter in meinem Geist: Plötzlich tut es weh, wo vorher gar nichts war.

Neulich überkam mich wieder einmal ein solcher Schmerz. Es zog und zerrte in mir, als hätte ich eine falsche Bewegung gemacht, ja, einen falschen Gedanken gedacht: Ich vermisste jemanden, den ich eigentlich nie wieder sehen will.

Das widersprüchliche Gefühl war wie der Appetit auf etwas Ungeniessbares, wie das Heimweh nach einer Zahnarztpraxis oder die Sehnsucht, mich noch einmal einer mündlichen Prüfung in Chemie zu unterziehen.

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