«Ich bewerbe mich schon gar nicht mehr um Stipendien»
Das «Richmond Mural Project» versammelt namhafte Street-Artisten aus der ganzen Welt – und zwei aus der Schweiz. Maler Onur Dinc über Spitzen-Basketball, weisse Wände und die Dünkel der Schweizer Kunstszene.
Onur Dinc, Sie sind soeben aus Übersee zurückgekehrt. Sie und Remo Lienhard alias Wes21 waren als erste Schweizer zum Kunstfestival «Richmond Mural Project» in Virginias Hauptstadt eingeladen. Wie kamen Sie zu der Ehre?
ONUR DINC: Das war überraschend. Ich hatte das Festival schon seit der ersten Ausgabe vor zwei Jahren mit Interesse mitverfolgt: Die ganze Stadt mutiert zur Galerie, über 40 Wände stehen namhaften Künstlern zur Verfügung. Remo und mir kam zugute, dass wir letztes Jahr ein Wandbild am Abrisshaus und Graffiti-Mekka 5Pointz Aerosol Art Center in New York platzieren konnten, das sorgte für viel Aufmerksamkeit. Der Organisator des Richmond Mural Projects wollte dann auch so eins haben – und lud uns ein. Ich fühlte mich wie im falschen Film. Das ist, als würde man in der Schweiz Basketball in einem Regionalclub spielen und dann in die NBA eingekauft werden.


















