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Kunstmarkt und Corona«Ich befürchte ein grosses Galeriensterben»

Warum ist der Kunstmarkt trotz Corona-Krise so stabil geblieben? Wie funktionieren Onlineauktionen? Und gibt es eigentlich auch Kunstkäufer in Turnschuhen? Bernhard Bischoff, Galerist und Geschäftsführer im Berner Auktionshaus Kornfeld, über das vergangene und das kommende Jahr.

«Es ist für mich immer ein unglaubliches Privileg, den Werken so nah kommen zu dürfen»: Bernhard Bischoff im Auktionshaus Kornfeld an der Laupenstrasse.
«Es ist für mich immer ein unglaubliches Privileg, den Werken so nah kommen zu dürfen»: Bernhard Bischoff im Auktionshaus Kornfeld an der Laupenstrasse.
Foto: Adrian Moser

Die Galerie Kornfeld hat im letzten Jahr 34,5 Millionen Franken Auktionsumsatz gemacht – das sind nur 5% weniger als im Jahr davor. Heisst das, Sie kommen relativ unbeschadet durch die Corona-Krise?

Es war für uns tatsächlich ein gutes Jahr. Wir hatten Glück, dass wir im Gegensatz zu anderen Auktionshäusern unsere Herbstauktion unter Einhaltung der Schutzmassnahmen vor Ort durchführen konnten. Ausserdem ist der globale Kunstmarkt bis jetzt relativ stabil geblieben.

Woran liegt das?

Es ist eines der grossen Paradoxa dieser Krise: Viele reiche Menschen sind noch reicher geworden – und können ihr Geld nicht ausgeben. Darum haben viele auch Kunst gekauft. Was uns jedoch etwas Sorgen bereitet, ist das neue Jahr 2021. Wir merken, unsere Kunden sind mehr und mehr verunsichert, vor allem die Verkäufer. Dabei wäre es im Moment eine ideale Zeit, um Kunst zu verkaufen, eben weil die Nachfrage international extrem gross ist. Die Corona-Krise verschärft aber auch problematische Entwicklungen im Kunstmarkt, die sich schon länger abzeichnen.

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