Bern braucht gute Sportanlagen

Der Gemeinderat muss die Sanierung der Sportanlagen ebenso ernst nehmen wie diejenige der Schulbauten.

Die notfallmässige Schliessung der Eisbahn Weyermannshaus ist nur die Spitze des Eisbergs.

Die notfallmässige Schliessung der Eisbahn Weyermannshaus ist nur die Spitze des Eisbergs.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Bern soll zur Sportstadt der Schweiz werden, hielt der Gemeinderat im Oktober 2009 in seiner «Strategie Bern 2020» fest: Es werde eine «ausreichende Zahl an vielfältigen Sportanlagen» zur Verfügung stehen. Doch 2020 sieht die Realität anders aus, als sie sich der Gemeinderat vor elf Jahren ausgemalt hat. Die notfallmässige Schliessung des Eisfeldes Weyermannshaus mitten in der Hochsaison ist nur die Spitze des Eisbergs. Vor fünf Jahren kam eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie zum Schluss, dass mehr als die Hälfte der Sportanlagen in «schlechtem oder sehr schlechtem» Zustand seien. Bis 2025 müsse die Stadt eine Milliarde Franken in die Sanierung ihrer Immobilien stecken.

Bei den Schulhäusern hat sich seither einiges getan: Im Rahmen der Schulraumplanung 2015 bis 2022 hat der Gemeinderat eine Priorisierung von 37 Bauprojekten vorgenommen, die zurzeit für über 400 Millionen Franken saniert und erweitert werden. Bei der Sportanlagenplanung ist der Elan der Exekutive jedoch ungleich schwächer. Zwar hat die Stadt je eine separate Eis-, Wasser- und Rasenstrategie. Und zur Realisierung einzelner Sanierungsprojekte gibt es Fristen. Aber ob und wann zum Beispiel die Projekte zur Sanierung der Freibäder umgesetzt werden, steht in den Sternen.

Die Sanierung von Marzili und Lorraine steht seit Jahrzehnten zur Debatte. Im Weyermannshaus wird nun die Sanierung des grossen Beckens vorgezogen, damit das chemisch behandelte Badewasser nicht mehr ungehindert in den Wohlensee abfliesst. Und sehr erfreulich ist der Bau des 50-Meter-Schwimmbeckens im Neufeld. Das erste Projekt für den Bau eines solchen Hallenbades datiert indes aus dem Jahr 1963 – weshalb der «Bund» nach dem Ja des Stimmvolks im letzten November titelte: «Fünfzig Jahre für fünfzig Meter».

Der Gemeinderat muss die Sanierung der Sportanlagen ebenso ernst nehmen wie diejenige der Schulbauten. Auch für Sportstätten braucht es eine klare Priorisierung der Vorhaben. Ob die Hauptstadt damit schon zur Sportstadt wird, wie der Gemeinderat prophezeit hat, ist eigentlich sekundär.

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