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Schweizer HängebrückenHier braucht es Nerven wie Drahtseile

Die weltweit berühmteste ist wohl die Golden Gate Bridge in San Francisco, doch auch in der Schweiz gibt es viele Hängebrücken. Manche sind so spektakulär, dass man schwindelfrei sein sollte, um sie zu überqueren.

Mutprobe: Nicht wenige dürften beim Überqueren einer Hängebrücke – im Bild jene über die Triftschlucht im Berner Oberland – mit weichen Knien zu kämpfen haben.
Mutprobe: Nicht wenige dürften beim Überqueren einer Hängebrücke – im Bild jene über die Triftschlucht im Berner Oberland – mit weichen Knien zu kämpfen haben.
Foto: Keystone

Charles-Kuonen-Brücke, Randa VS

Die Charles-Kuonen-Brücke im Wallis.
Die Charles-Kuonen-Brücke im Wallis.
Foto: Getty

Die Charles-Kuonen-Brücke gehört zum Europaweg von Grächen nach Zermatt, einer zweitägigen Wanderung durch die Walliser Bergwelt. Mit 494 Metern ist sie die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt und zugleich, mit gerade mal 65 Zentimeter Breite, eine der schmalsten. Die Aussicht auf einige der höchsten Schweizer Berge ist einmalig, aber man sollte schwindelfrei sein, um diesen schmalen, bis 85 Meter hohen Steg zu passieren. Der Zugang ist zudem mühevoll: Ab Randa braucht man zwei bis zweieinhalb Stunden, ab Grächen oder Zermatt je sechs bis sieben Stunden, um zur Brücke zu gelangen.

www.randa.ch

Skywalk, Sattel-Hochstuckli SZ

Der Skywalk mit Panoramasicht auf das Ägerital.
Der Skywalk mit Panoramasicht auf das Ägerital.
Foto: PD

Mit 347 Metern hat der Raiffeisen-Skywalk im Ski- und Wandergebiet oberhalb von Sattel im Kanton Schwyz eine stattliche Länge. Die Brücke führt von der Bergstation der Gondelbahn Stuckli Rondo (der ersten Drehgondelbahn der Welt) über das wilde Lauitobel hinüber in den Mäderenwald. Von dort aus kann man verschiedene Wanderungen unternehmen. Auf dem Skywalk hat man eine Panoramasicht auf das Ägerital und die Bergwelt. Übrigens: Weil Hunde das Bodengitter nicht mögen, werden an der Bergstation Hundefinken ausgeliehen.

www.sattel-hochstuckli.ch

Goms Bridge, Ernen VS

Die Goms Bridge ist die längste Brücke im Wallis.
Die Goms Bridge ist die längste Brücke im Wallis.
Foto: PD

Das Goms im Oberwallis verkauft sich als «Hängebrücken-Mekka». Von den fünf Brücken im Wallis ist die Goms Bridge, im Sommer 2015 eröffnet, die längste. Sie verbindet die Wandergebiete von Bellwald und Ernen und ermöglicht die Anbindung an den Radweg Gletsch-Genfersee. Die 280 Meter lange und 1,40 Meter breite Brücke ist ganzjährig für Wanderer, Rollstuhlfahrer und Velos begehbar.

www.bellwald.ch

Gummischlucht, Sigriswil BE

Die Gummischlucht bei Sigriswil.
Die Gummischlucht bei Sigriswil.
Foto: swiss-image.ch

Aus immer wieder anderen Blickwinkeln präsentiert sich der malerische Thunersee auf einem 56 Kilometer langen Rundwanderweg. Zwei spektakuläre Hängebrücken gehören dazu: Die kürzere führt über den Spissibach bei Leissigen, die längere über die Gummischlucht bei Sigriswil. Diese ist 340 Meter lang und bis zu 182 Meter hoch, aber so stabil gebaut, dass kaum Schwindelgefühle aufkommen. Die Hängebrücken waren im Frühling wegen des Coronavirus kurzzeitig geschlossen, sind jetzt aber wieder geöffnet.

www.brueckenweg.ch

Ponte Tibetano, Monte Carasso TI

Der Ponte Tibetano ist mit der Seilbahn von Monte Carasso aus zu erreichen.
Der Ponte Tibetano ist mit der Seilbahn von Monte Carasso aus zu erreichen.
Foto: Keystone

Die Tibetanische Brücke zwischen den Dörfern Monte Carasso und Sementina, die beide zu Bellinzona gehören, ist 270 Meter lang und bis zu 130 Meter hoch. Der Brückenboden ist einen knappen Meter breit und aus Lärchenholz gebaut. Die Brücke ist einfach mit der Seilbahn, die von Monte Carasso nach Curzùtt führt, erreichbar. Curzùtt mit seinem mittelalterlichen Dorfkern ist einen Besuch wert, und von hier aus kann man verschiedene Wanderungen unternehmen.

www.carasc.ch

Pont de Niouc, Niouc VS

1922 zum Zweck der Wasserversorgung gebaut: Pont de Niouc.
1922 zum Zweck der Wasserversorgung gebaut: Pont de Niouc.
Foto: Keystone

Die Niouc-Brücke über die 190 Meter tiefe Felsenschlucht zwischen dem Weiler Niouc (Gemeinde Anniviers) und dem Dorf Vercorin im Kanton Wallis wurde 1922 zum Zweck der Wasserversorgung gebaut. Sie besteht aus einer Wasserleitung und einer Fussgängerbrücke und hat eine Spannweite von gut 200 Metern. Einige Jahre lang war sie die höchste Brücke der Welt und bis vor kurzem die höchste der Schweiz. Ihr Adrenalinfaktor wird noch dadurch erhöht, dass hier im Sommer Bungee-Jumping angeboten wird.

www.valais.ch

Triftbrücke, Gadmertal BE

Die Triftbrücke bietet eine grandiose Sicht auf den Triftgletscher und die Berner Oberländer Bergwelt.
Die Triftbrücke bietet eine grandiose Sicht auf den Triftgletscher und die Berner Oberländer Bergwelt.
Foto: Keystone

Die Triftbrücke mit ihren 170 Meter Länge und einer Höhe von bis zu 100 Metern bietet eine grandiose Sicht auf den Triftgletscher und die Berner Oberländer Bergwelt. Eine erste Brücke, erbaut 2004, erwies sich als lebensgefährlich, weil sie bei Stürmen in der Triftschlucht ins Schwingen geriet. Sie wurde deshalb schon 2009 durch die heutige, stabilere Brücke ersetzt.

www.grimselwelt.ch

Bhutanbrücke, Leuk VS

 Verbindet das französischsprachige Unterwallis mit dem deutschsprachigen Oberwallis: Bhutanbrücke.
Verbindet das französischsprachige Unterwallis mit dem deutschsprachigen Oberwallis: Bhutanbrücke.
Foto: LMD

Die Bhutanbrücke verbindet das französischsprachige Unterwallis mit dem deutschsprachigen Oberwallis. Vom Bahnhof Leuk führt ein Wanderweg den Illgraben entlang zur 134 Meter langen Brücke. Der Illgraben, den Walliser gern (und leicht übertrieben) als «Grand Canyon» bezeichnen, ist eine eindrückliche Schlucht im Naturgebiet Pfynwald.

www.pfyn-finges.ch

Massaschlucht, Aletschgebiet VS

Massaschlucht – ein Ausflugsziel für Wanderer und Abenteuerlustige.
Massaschlucht – ein Ausflugsziel für Wanderer und Abenteuerlustige.
Foto: PD

Am Fuss des Aletschgletschers führt eine 124 Meter lange Hängebrücke in 80 Meter Höhe über die Massaschlucht, durch die das Schmelzwasser des Gletschers stürzt. Von der Brücke öffnen sich spektakuläre Ausblicke hinauf zum Gletschertor und hinunter ins Tal. Die Brücke gehört zu einem Wanderweg zwischen Bettmeralp, Riederalp und Belalp. Das Ufer des Grünsees in der Nähe der Brücke ist als Picknickplatz beliebt.

www.aletscharena.ch

Peak Walk, Scex Rouge VD


Der Peak Walk ist die erste Hängebrücke der Welt, die zwei Berggipfel verbindet.

Der Peak Walk ist
die erste Hängebrücke der Welt, die zwei Berggipfel verbindet.
Foto: Keystone

Der Peak Walk by Tissot im Diablerets-Massiv ist die erste Hängebrücke der Welt, die zwei Berggipfel verbindet. Auf 107 Meter Länge führt sie vom Scex Rouge (2971 m. ü. M.) zu einem fünf Meter tiefer gelegenen Nebengipfel. Bei der Konstruktion mussten Sturmwinde von bis zu 200 km/h, die hier schon mal toben können, berücksichtigt werden. Die unendliche Sicht von der Brücke aus schweift unter anderem über Montblanc, Matterhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau. Teilweise ist der Brückenboden verglast, was ein besonders kribbeliges Gefühl verursacht. Die Region Glacier 3000, wegen Covid-19 zeitweise geschlossen, ist seit Ende Juni wieder täglich zugänglich.

www.glacier3000.ch

Titlis Cliff Walk, Engelberg OW

Der Titlis Cliff Walk verursacht bei manchem Wanderer Herzklopfen.
Der Titlis Cliff Walk verursacht bei manchem Wanderer Herzklopfen.
Foto: Oskar Enander

«3041 Meter Höhe. 500 Meter Abgrund. 150 Schritte Herzklopfen.» So wird der Titlis Cliff Walk angepriesen, die höchstgelegene Hängebrücke Europas. Zur mehr als 100 Meter langen, aber nur einen Meter breiten Brücke gelangt man von der Titlis-Gipfelstation durch eine Eisgrotte und über eine Aussichtsplattform. Sie führt hinüber zur Bergstation der Gletscher-Sesselbahn Ice Flyer. «Zum Überqueren brauchst du Nerven so stark wie die Drahtseile, an denen die Brücke hängt», verspricht die Werbung. Die Bergbahn Titlis Rotair und damit auch der Cliff Walk sollen ab 4. Juli wieder geöffnet sein.

www.titlis.ch

Traversinersteg II, Viamala-Schlucht GR

Der Traversinersteg ist eher eine hängende, schwankende Treppe.
Der Traversinersteg ist eher eine hängende, schwankende Treppe.
Foto: PD

Die legendäre Viamala-Schlucht zwischen Thusis und Zillis-Reischen im Bündnerland wird von mehreren Stegen überquert, wobei der Traversinersteg II der ungewöhnlichste von ihnen ist. Er ist zwar nur 56 Meter lang, aber so steil, dass es sich hier eher um eine hängende, schwankende Treppe handelt als um eine Brücke.

www.viamala.graubuenden.ch