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Alternative zum RathausGrosser Rat weicht in Festhalle auf dem Bernexpo-Areal aus

Wegen der Corona-Pandemie kann das bernische Kantonsparlament nicht im engen Rathaus-Saal tagen. In der Festhalle gibt es für die 160 Personen genügend Raum.

Die Berner Grossrätinnen und Grossräte stehen Schlange zum Eintritt in die Festhalle, wo die Sommersession stattfindet.
Die Berner Grossrätinnen und Grossräte stehen Schlange zum Eintritt in die Festhalle, wo die Sommersession stattfindet.
KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Statt im ehrwürdigen Rathaus tagt der bernische Grosse Rat seit Dienstagnachmittag in der Festhalle auf dem Bernexpo-Gelände – in unmittelbarer Nachbarschaft zu den eidgenössischen Räten. Der Corona-bedingte Umzug der Sommersession verursacht Zusatzkosten von 600'000 Franken.

Kurz vor Sessionsbeginn um 13.30 Uhr war die Schlange der anstehenden Parlamentarier vor der Festhalle noch so lang, dass der noch amtierende Ratspräsident Hannes Zaugg (glp, Uetendorf) die erste Sitzung mit einer viertelstündigen Verspätung einläuten musste.

Bis dahin hatte jede und jeder seinen Platz in der über 4600 Quadratmeter grossen Halle gefunden, die mit hohen schwarzen Vorhängen eingefasst worden war. Die 160 Tische der Grossrätinnen und Grossräte stehen in gebührendem Abstand und formen einen Halbkreis mit der gleichen Sitzordnung wie im Rathaus.

Mehrkosten von über einer halben Million Franken

Publikum ist nicht zugelassen. Die Session kann aber live per Stream im Internet verfolgt werden. Die Medienschaffenden können die Debatte von der Galerie aus verfolgen.

In der 1948 erbauten und in die Jahre gekommenen Festhalle – ein Neubau ist in Planung – finden ansonsten Grossanlässe und Konzerte statt. Legendär war etwa der Auftritt der Rolling Stones im Jahre 1973.

Die Durchführung ausserhalb des Rathauses, wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, kostet mit knapp 1,3 Millionen Franken doppelt so viel wie üblich. Das Parlament verabschiedet dazu voraussichtlich noch am Dienstag einen Nachkredit von 600'000 Franken.

Für die Sitzungen der grösseren Fraktionen und Kommissionen wurden Räume in der nahen Militärkaserne zugemietet. Die kleineren Fraktionen können sich im Rathaus und in der Staatskanzlei zu ihren Sitzungen treffen.

In der Festhalle ist die Sitzordnung gleich wie im Rathaus. Zwischen den 160 Plätzen gibt es aber mehr Raum.
In der Festhalle ist die Sitzordnung gleich wie im Rathaus. Zwischen den 160 Plätzen gibt es aber mehr Raum.
KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

SDA