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Flammen am KilimandscharoAfrikas höchster Berg brennt

Zehntausende Bergsteiger pilgern jedes Jahr zum 5895 Meter hohen Gipfel in Tansania. Nun brennen Moor und Heide auf halber Höhe. 600 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen.

Weithin sichtbar sind die Rauchwolken des Feuers auf dem höchsten Berg Afrikas.
Weithin sichtbar sind die Rauchwolken des Feuers auf dem höchsten Berg Afrikas.
Foto: Thomas Becker (Keystone/DPA)

Der Kampf gegen den Grossbrand an Afrikas höchstem Berg dauert an: Bis zu 600 Feuerwehrleute versuchen auf 2700 Meter Höhe an der Südflanke des Kilimandscharos, die Flammen zu löschen, wie die Zeitung «The Citizen» am Dienstag berichtete. Wegen starker Winde habe das Feuer ein grosses Gebiet von Heide- und Moorlandschaft zerstört. Der Brand war laut Nationalparkverwaltung am Sonntagabend ausgebrochen. Die Ursache war noch unbekannt.

Augenzeugen berichteten in den letzten Tagen von einer Ausdehnung der weithin sichtbaren Qualm- und Feuerwand Richtung Osten. «Es qualmt heute auf mehreren Kilometern Breite, und im Morgengrauen war durch die Rotfärbung der Wolken noch deutlich zu sehen, dass es weiter brennt», berichtete der im Umland lebende Deutsche Thomas Becker am Montag und betonte: «Das müssen sehr grosse Flammen sein, wenn wir die aus etwa 25 Kilometern Entfernung noch so gut sehen können; glücklicherweise ist es windstill.»

Nach den Ursachen wird noch gesucht

Auf dem weltweit höchsten frei stehenden Berg sind die Rettungsdienste seit Tagen dran, das Feuer zu löschen. Zeitgleich würden Ermittlungen aufgenommen, um die Ursache der Flammen zu ergründen. Nach Angaben von «The Citizen» halfen Menschen umliegender Gemeinden. Weil der Brand in grösserer Höhe ausgebrochen sei, seien die Löscharbeiten aber schwer.

Flammen in der Nacht: Der Blick vom tansanischen Dorf Mosi.
Flammen in der Nacht: Der Blick vom tansanischen Dorf Mosi.
Foto: Reuters (12. Oktober 2020)

«Das Feuer brach laut Parkverwaltung auf etwa 3500 Metern Höhe bei einem Picknickplatz auf der Marangu-Route aus», sagte Bergführerin Debbie Bachmann kurz vor ihrem Aufstieg mit einer Gruppe Deutscher, Schweizer und Österreicher der Deutschen Presse-Agentur. «Die Parkverwaltung hat uns daher geraten, auf eine andere Route auszuweichen, weil das Feuer noch nicht gelöscht ist.»

Zurzeit gebe es dort oben zudem kaum Wasser. Bachmann: «Viele Bäche sind ausgetrocknet.» Obwohl es von Oktober des Vorjahres bis Juni Niederschläge gab, die deutlich über dem Mittel lagen, betonte auch Becker: «Es ist knochentrocken und sehr heiss für die Jahreszeit; die Temperaturen liegen derzeit in der Ebene im Schnitt um die 34 Grad Celsius – und damit über dem jahreszeitlichen Durchschnitt.»

Zehntausende von Bergsteigern jährlich

Zuletzt hatte es im Oktober 2016 am Kilimandscharo gebrannt. Mit seinen 5895 Metern Höhe gilt der Kilimandscharo nicht nur als Afrikas höchster Berg, sondern auch als Tansanias Wahrzeichen. In Studien wurde in den vergangenen Jahren immer wieder die Frage aufgeworfen, ob Veränderungen seiner Schneekappe eine Folge des Klimawandels sein könnten.

Jährlich wird er zu normalen Zeiten von Zehntausenden Bergsteigern aus aller Welt bestiegen. Sie durchqueren beim Aufstieg zunächst einen Regenwald-Gürtel, bevor sie eine Heide- und Moorlandschaft erreichen. Dort ist das Feuer aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen.

So sah der Kilimandscharo vor 13 Jahren ohne Feuer und mit einer Schneekuppe im Spätherbst aus.
So sah der Kilimandscharo vor 13 Jahren ohne Feuer und mit einer Schneekuppe im Spätherbst aus.
Foto: Finbarr O’Reilly (Reuters/22. November 2007)

Der Bergsteiger-Tourismus nährt eine ganze Industrie aus Trägern und Service-Dienstleistern, die beim Aufstieg helfen. Obwohl Tansania nach wie vor vergleichsweise einfache Einreisebestimmungen hat, liegt der Tourismus in der Region nach Branchenangaben in Corona-Zeiten am Boden. In dem ostafrikanischen Land hängen laut Regierungsangaben etwa 1,6 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Tourismus ab.

SDA/fal

1 Kommentar
    Leo Schmidli

    Ein Feuer kann sich ja nicht von selbst entzünden. Das sollte Hinweis genug sein: "Das Feuer brach laut Parkverwaltung auf etwa 3500 Metern Höhe bei einem Picknickplatz auf der Marangu-Route aus."