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Lust auf ShoppenGönn dir was

Entrümpeln, das war Lockdown erste Welle. Jetzt shoppen wir. Warum das fast immer gut tut, schildern unsere Autorinnen und Autoren.

In diesen Tagen entrümpeln wir nicht mehr, jetzt klicken wir nur noch.
In diesen Tagen entrümpeln wir nicht mehr, jetzt klicken wir nur noch.
Foto: Getty/Fuse

Was haben wir entrümpelt im letzten Frühling. Ein kollektives «Packen wirs an!» durchfuhr uns, als die Geschäfte ein erstes Mal schlossen. Wir fühlten uns gut dabei, als wir Keller und Kleiderschränke ausräumten und eigentlich unser Leben meinten, den getakteten, überfrachteten Alltag. Schön befreiend war das. Es geht auch ohne Konsum, sagten wir; Überflussgesellschaft, gönn uns eine Pause.

Lange her ist das. Mittlerweile sind die Geschäfte und Restaurants ein zweites Mal geschlossen, und ein wenig Konsum und Überfluss wären jetzt ganz schön. Wir sitzen in unseren aufgeräumten Wohnungen und schauen in unsere ordentlichen Schränke, aber das Hygge-Gefühl will sich trotzdem nicht einstellen. Stattdessen diese leichte innere Unruhe. All die entschleunigten «Ich-mach-was-mit-den-Händen»-Dinge, die wir im vergangenen Jahr begeistert ausprobierten, helfen nicht mehr. Brotbacken, das war Lockdown, erste Welle. Jetzt steht uns der Sinn eher nach oberflächlicher Zerstreuung. Jene Art von Vergnügen, für das wir früher Konzerttickets kauften und in Flugzeuge stiegen und in Bars gingen.

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