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Red Bull fordertGeld der F1-Besitzer soll klamme Teams retten

Teamchef Chris Horner erwartet in der Coronakrise finanzielle Hilfe von den Eigentümern der Formel 1: Sie sollen das Überleben von bedrohten Rennställen sichern.

Als die Autos noch fuhren: Valtteri Bottas testet seinen Mercedes in Barcelona.
Als die Autos noch fuhren: Valtteri Bottas testet seinen Mercedes in Barcelona.
Enric Fontcuberta
Weil das Coronavirus die Formel 1 finanziell bedroht, könnten Rennen ohne die Emotionen der Massen stattfinden.
Weil das Coronavirus die Formel 1 finanziell bedroht, könnten Rennen ohne die Emotionen der Massen stattfinden.
AP/Luca Bruno
Red-Bull-Teamchef Christian Horner erwartet von den F1-Besitzern finanzielle Hilfen für von einer Pleite bedrohten Rennställe. «Es ist ihr Geschäft, sie müssen entscheiden, wie sie diese Teams am Leben halten, weil sie Teams brauchen, um Rennen zu fahren», zitierte der britische «Guardian» den 46-Jährigen.
Red-Bull-Teamchef Christian Horner erwartet von den F1-Besitzern finanzielle Hilfen für von einer Pleite bedrohten Rennställe. «Es ist ihr Geschäft, sie müssen entscheiden, wie sie diese Teams am Leben halten, weil sie Teams brauchen, um Rennen zu fahren», zitierte der britische «Guardian» den 46-Jährigen.
epa/Diego Azubel
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«Es ist ihr Geschäft, sie müssen entscheiden, wie sie diese Teams am Leben halten», zitiert der britische «Guardian» Christian Horner. Der Red-Bull-Teamchef sagt weiter: «Denn die Formel 1 braucht zwingend Teams, um Rennen zu fahren.»

Horner zufolge werde F1-Rechte-Inhaber Liberty Media «alles tun, was sie können, um sicherzustellen, dass im nächsten Jahr zehn Teams am Start stehen und miteinander konkurrieren». Um ihr eigenes Geschäft zu schützen, würden sie Horners Meinung nach dazu beitragen, dass diese Teams im nächsten Jahr antreten können. Das würde bedeuten, dass die F1-Besitzer zahlen müssen.

Die Formel 1 hat wegen der Coronavirus-Pandemie alle Rennen bis Juni abgesagt. Offen ist, ob in diesem Jahr überhaupt noch gefahren werden kann. Vor allem kleinere Privatteams sorgen sich um ihr wirtschaftliches Überleben. Eine Reihe dieser Rennställe hat viele Angestellte bereits in Kurzarbeit geschickt.

Ferrari und Red Bull gegen weitere Budgetsenkung

Die Spitzen der Rennserie diskutieren derzeit über eine weitere Absenkung der bereits beschlossenen Budgetgrenze für 2021. Neben Ferrari sperrt sich vor allem Red Bull dagegen, das Ausgabenlimit noch deutlich mehr zu reduzieren.

Horner sagte dazu, dass die anhaltenden Versuche der F1, eine niedrigere Budgetobergrenze von 175 Millionen Dollar einzuführen, eine Fehlleitung darstellen würden. Der Sport würde damit mit seinen kurzfristigen Bemühungen, die schädlichen Auswirkungen der globalen Pandemie zu kontrollieren, zu konservativ denken.

McLaren hat sich für einen Rückgang auf 100 Millionen Dollar ausgesprochen, während die drei grossen Rennställe – Red Bull, Mercedes und Ferrari – jährlich mehr als 400 Millionen ausgeben. Horner: «Es geht darum, dass die Teams im Mittelfeld die Top-Teams auf ein Niveau herunterziehen wollen, auf dem sie denken, mithalten zu können», so Horner im Gespräch mit dem «Guardian». Aber es werde immer Teams an der Spitze und Teams am Ende geben.

Kundenautos für finanzschwache Teams

Der Red-Bull-Teamchef schlug vor, finanzschwache Teams stattdessen mit Kundenautos zu versorgen. Sie könnten ein Auto von March oder von Ferrari kaufen und so Rennen fahren.

Dann würden diese kein Geld für Forschung und Entwicklung ausgeben müssen. «Wir müssen quer denken und uns nicht nur immer wieder über Zahlen streiten», sagte Horner. In der F1 seien Teams schon zu früheren Zeiten mit fertigen Modellen anderer Rennställe gefahren.