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Hotels in der SchweizGastgeber mit langer Tradition

In diesen zehn Häusern erlebt man nicht nur Geschichte. Die Hotels liegen auch seit Generationen in der Hand der gleichen Gastgeber.

Das Hotel Bellevue Des Alpes auf der Kleinen Scheidegg wird in 5. Generation von derselben Familie geführt.
Das Hotel Bellevue Des Alpes auf der Kleinen Scheidegg wird in 5. Generation von derselben Familie geführt.
Fotos: PD

Zehn Schweizer Hotels, eine Gemeinsamkeit: Die gastgebenden Familien sind seit Generationen am Werk.

Hotel Kemmeriboden-Bad, Schangnau BE

Gastfreundschaft in 6. Generation gibts im Hotel Kemmeriboden-Bad.
Gastfreundschaft in 6. Generation gibts im Hotel Kemmeriboden-Bad.

Das rustikale Hotel Kemmeriboden-Bad lockt nicht nur mit seiner berühmten «Merängge» die Gäste aus nah und fern an. Es ist wohl auch die Gastfreundschaft, die man in diesem Haus in besonderem Masse spürt. 1841 wurde der Gastwirtschaftsbetrieb mit Heilbad auf der Alp Kemmeriboden von der Familie Gerber gekauft. Mittlerweile wird das stetig vergrösserte Haus in der 6. Generation von Reto Invernizzi und seiner Frau Alexandra geführt. Das Kemmeriboden-Bad (auch Bedli oder Schybebad genannt) liegt mitten im Herzen des Emmentals zwischen den Ausläufern des Hohgant und der Schrattenfluh-Kette mit dem faszinierenden Schybegütsch.

Bellevue Parkhotel & Spa, Adelboden BE

Von Anfang an in weiblicher Hand: Das Bellevue Parkhotel & Spa in Adelboden.
Von Anfang an in weiblicher Hand: Das Bellevue Parkhotel & Spa in Adelboden.

Mit seiner eleganten, schnörkellosen Fassade ist das Bellevue Parkhotel & Spa in Adelboden ein kleines Juwel der klassischen Moderne. 1931 im Bauhaus-Stil erbaut, war es stets in weiblicher Hand. Elisabeth Richard, die erste Gastgeberin, führte das Haus nach dem Tod ihres Mannes mit viel Verve und Engagement. Es folgte Tochter Julia, die das Hotel mit ihrem Mann leitete, und seit einem Jahr ist nun deren Tochter Franziska Richard in 3. Generation am Zepter. Über mehrere Jahre wurde das Haus von den Basler Architekten Buchner Bründler sorgfältig renoviert. Man spürt die Leidenschaft der Hotelierfamilie bis ins kleinste Detail – vielleicht auch, weil die Frauen hier das Sagen haben.

Hotel International au Lac, Lugano TI

Viel Geschichte, aber auf dem neusten Stand: Die Blues Bar im Hotel International au Lac in Lugano.
Viel Geschichte, aber auf dem neusten Stand: Die Blues Bar im Hotel International au Lac in Lugano.

Belle-Époque-Flair spürt man im Hotel International au Lac bei jedem Schritt, den man durch das 1906 erbaute Haus in Lugano geht. Das fünfstöckige Gebäude am Ende der Via Nassa strahlt mit den verschnörkelten Möbeln, den bemalten Bogenfenstern, dem Interieur der Salons aus den 1950er-Jahren oder den historischen Tapeten in den Zimmern immer noch viel Geschichte aus, auch wenn es über die Jahre sorgfältig auf den neuesten Stand gebracht wurde. Wer die Veränderungen im Hotel verfolgen will, besucht das hauseigene Museum. Heute wird es in der 4. Generation von Alessandra und Roberto Schmid geführt und ist immer noch eines der renommiertesten Hotels der Stadt.

Hotel Ochsen & Lodge, Lenzburg AG

Vor wenigen Jahren auf 36 Zimmer erweitert: Das Hotel Ochsen in Lenzburg.
Vor wenigen Jahren auf 36 Zimmer erweitert: Das Hotel Ochsen in Lenzburg.

Am Rande der Altstadt mit herrlichem Blick auf das historische Schloss Lenzburg liegt das Hotel Ochsen. 1907 kam der 1824 erstmals als Tavernen-Wirtschaft erwähnte Ochsen in die Familie Schatzmann. Über die Generationen hinweg wurde das Haus stetig erneuert und renoviert. Heute liegen die Geschicke in den Händen von Madeleine und Chris Schatzmann-Kohler, der 4. Generation. 2013 wurde das Haus mit einer Lodge mit 14 neuen Hotelzimmer, Foyer, Seminarraum und Tiefgarage ergänzt, sodass nun 36 Zimmer zur Verfügung stehen. Und seit diesem Jahr erstrahlen auch der Salon und der Festsaal wieder in frischem Glanz.

Hotel Waldhaus, Sils-Maria GR

Das Hotel Waldhaus in Sils-Maria feiert gerade sein 111-jähriges Bestehen.
Das Hotel Waldhaus in Sils-Maria feiert gerade sein 111-jähriges Bestehen.
Foto: Gian Giovanoli

Im Waldhaus in Sils-Maria taucht man in jeder Ecke in die Geschichte ein und hat das Gefühl, dass die Neuzeit einfach an dieser Festung der Musse abprallt. Im Hochzeitssaal speist man auf Stühlen von 1908, in der Halle lauscht man unter der Stuckdecke den Klängen des Waldhaus-Trios aus Bratislava und im Entrée wird die Rechnung im Kassa-Raum bezahlt, wo die Ankommenden auf der Arrivé-Tafel noch von Hand aufgeführt werden. Und dennoch muss man im 5-Sterne-Haus nirgends auf Komfort verzichten, schon gar nicht im neuen Spa. Die mehrfach ausgezeichnete Hotelikone wird bereits in der 5. Generation von den Familien Dietrich und Kienberger geführt und feierte 2019 ihr 111-Jahr-Jubiläum.

Hotel Bellevue des Alpes, Kleine Scheidegg BE

Das Bellevue des Alpes auf der Kleinen Scheidegg war das erste Berghotel an dieser Stelle.
Das Bellevue des Alpes auf der Kleinen Scheidegg war das erste Berghotel an dieser Stelle.

Das historische Hotel aus dem Jahr 1840 liegt an bester Aussichtslage auf dem Scheidegg Pass mit Blick auf die mächtige Eiger Nordwand. Es war einst das erste Berghotel an dieser Stelle, bis 1896 die Konkurrenz das Hotel des Alpes gleich daneben eröffnete. Bellevue-Gründer Adolf Seiler kaufte 1912 das Hotel des Alpes und verband die beiden Häuser durch einen Saalbau zum heutigen Erscheinungsbild. Die Geschicke des Hotels liegen mittlerweile in der 5. Generation bei Andreas und Silvia von Almen. Dank seinem geschichtsträchtigen Interieur und der grandiosen Kulisse war das Bellevue des Alpes schon mehrfach Drehort für Spielfilme und ein Besuch ist wie eine Zeitreise in die Zwanzigerjahre.

Hotel Monte Rosa, Zermatt VS

Sonniges Frühstück, serviert vom Hotel Monte Rosa in Zermatt.
Sonniges Frühstück, serviert vom Hotel Monte Rosa in Zermatt.

Die Geschichte der Seiler-Hotels beginnt 1853 mit einem Holzchalet, das Alexander Seiler als Beherbergung in Zermatt pachtete. Der junge Gastwirt hatte Glück und das Geschäft florierte. Und wie: Schon bald baute er das einstige Holzchalet ins «Monte Rosa» aus und übernahm weitere Hotels wie 1867 das «Mont Cervin». Dies war ein wichtiger Schritt zur Etablierung des Tourismus in Zermatt und zu den Seiler Hotels. Noch heute gehört das immer wieder renovierte und erweiterte Hotel Monte Rosa zu den Leuchttürmen Zermatts und wird nun bereits in der 5. Generation von Simone Seiler und Katharina Camenzind geführt.

Hotel Julen, Zermatt VS

Die Julen Hotels werden in dritter und vierter Generation geführt.
Die Julen Hotels werden in dritter und vierter Generation geführt.

Um die Familie Julen kommt man in Zermatt nicht herum. Der Name steht für eine lange Hotel-Tradition, die 1910 ihren Anfang nahm, als Andreas und Pauline Julen eine Pension eröffneten. 1937 baute Sohn Meinrad das Hotel Julen, das 1981 renoviert wurde. Später kamen weitere Häuser wie das Hotel Daniela oder das Hotel Alpenhof dazu. Heute werden die Betriebe in der dritten und vierten Generation von Paul und Daniela Julen sowie ihrem Sohn Paul-Marc und Schwiegertochter Cindy geführt.

Hotel Saratz, Pontresina GR

Vom Heustall zum Hotel: Das Saratz in Pontresina.
Vom Heustall zum Hotel: Das Saratz in Pontresina.
PD

Es waren einst die in der Fremde reich gewordenen Zuckerbäcker, die im Engadin den Grundstein für die Hotellerie legten. Ein solcher war auch Gian Saratz aus Pontresina, der nach seiner Rückkehr in seinem Haus Fremdenzimmer zu vermieten begann. Er fand Gefallen an seiner neuen Gastgeberrolle und baute 1865 seinen Heustall in eine Pension aus, die schon bald zu einem Hotel erweitert wurde. Im Saratz stiegen in der Folge viele berühmte Gäste ab, darunter auch der Komponist Richard Strauss. Bis heute liegen die Geschicke in der Hand der Familie. Im Verwaltungsrat sind mehrere Vertreter der 5. Generation am Ruder.

Hotel Gletscherblick, Hasliberg BE

Im Hotel Gletscherblick ist der Name Programm – auch in vierter Generation.
Im Hotel Gletscherblick ist der Name Programm – auch in vierter Generation.

1906 liess die wagemutige 30-jährige Elise Hirsig, tief beeindruckt von der landschaftlichen Schönheit des Haslitals, oben am Hasliberg ein Gasthaus erbauen. Mit dem direkt gegenüber auf der anderen Talseite gelegenen ewigen Eis am Wetterhorn war der Name schnell gefunden. Im Laufe der Jahrzehnte kamen neben fliessend Wasser und einem Neubau auch unzählige Geschichten hinzu – viele Zeugnisse davon finden sich an den Wänden des liebevoll gestalteten Hotels. Seit 2019 werden die Gäste von den Urenkeln Elise Hirsigs begrüsst.