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«Das Kunstmuseum Bern kann jetzt als Vorreiter gelten»

Der Fall Gurlitt habe viel ins Rollen gebracht, sagt der Kunstrechtsexperte Andrea Raschèr.

Andrea Raschèr ist Jurist und führt in Zürich eine Firma für Beratung in Sachen Kunst und Recht. Bis 2006 war er im Bundesamt für Kultur tätig, unter anderem für Raubkunstfragen; als Delegierter der Schweiz war er an den Verhandlungen über das Abkommen von Washington beteiligt.
Andrea Raschèr ist Jurist und führt in Zürich eine Firma für Beratung in Sachen Kunst und Recht. Bis 2006 war er im Bundesamt für Kultur tätig, unter anderem für Raubkunstfragen; als Delegierter der Schweiz war er an den Verhandlungen über das Abkommen von Washington beteiligt.

Auch wenn derzeit offen ist, ob es zu einem weiteren Verfahren kommt: Was bedeutet der Entscheid aus München?

Er bestätigt das Kunstmuseum Bern in seiner klaren Haltung. Und er bringt auch die Diskussion über die Verantwortung voran, um die es bei Kunst mit unklarer Herkunft geht. Vor zweieinhalb Jahren hat das Kunstmuseum Bern erklärt, dass es das Erbe annimmt – aber nur bei jenen Kunstwerken, an deren Provenienz nicht der geringste Zweifel haftet. Dabei hat es sich zu hohen Sorgfaltspflichten bekannt: Der Verdacht gilt nicht nur für Raubkunst, also für Kunst, die von den Nazis geraubt wurde. Sondern auch für Fluchtgut – das sind Werke, welche die Eigentümer in der Not der Verfolgung verkaufen mussten. Damit gibt es in der Schweiz einen neuen Massstab, und der ist ein entscheidender Fortschritt gegenüber den bisherigen Standards.

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