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«Viele Schweizer haben Angst, Kritik am Islam zu üben»

Der Schriftsteller Kacem El Ghazzali lebt heute in der Schweiz.

Herr Ghazzali, Sie kritisieren den Umgang mit dem Islam in der Schweiz. Bei Ihnen scheint die Integration aber geklappt zu haben.

Was wussten Sie über die Schweiz?

Landeskundliche Kurse über die Schweiz hatten Sie nicht nötig?

Sie kriegten es mit der Angst zu tun?

Hatten Sie keine Kontakte mit anderen Organisationen?

War das ein «Urerlebnis» für Ihre heutige Kritik am Umgang der Schweizer Linken mit dem Islam?

Das Erlebnis ist unerfreulich. Aber ist es auch repräsentativ?

Sie haben einst im «Blick» gesagt, Asylbewerber aus dem Maghreb kämen nur zum Stehlen und Dealen in die Schweiz. War das Ihr Ernst?

Was hatten Sie denn gesagt?

Sie haben verallgemeinert.

Wo stehen Sie politisch?

Nun haben Sie diese im rechten Lager gefunden?

Sie sehen sich in der Mitte?

Diese Ursprünge haben die Freisinnigen vergessen?

Es gibt aber Islam-Debatten in der Schweiz, etwa über Burka-Verbote oder über muslimische Schüler, die ihrer Lehrerin nicht die Hand reichen wollen.

Viele sagen, Burka und Handschlag-Verweigerung hätten nichts mit dem Islam, sondern mit patriarchalen Traditionen zu tun.

Braucht es Burka-Verbote?

Da sind Sie in der Tat mit der SVP in einem Boot.

Mit Verboten erreicht man aber wohl kaum eine Integration.

Gehört der Islam zu Europa?

Wer Kritik an Migranten übt, wird als rechts diffamiert.

Wie soll das funktionieren?

Der Hijab ist ein Symbol gegen das sexuelle Verlangen.

Sie sind enttäuscht von der Schweiz?

Sie unterscheiden zwischen politischem und traditionellem Islam. Es gibt aber auch die liberale Variante?

In der Schweiz gibt es einige liberale Exponenten des Islam.

Sie halten eine Reform des Islam mit einer Trennung von Religion und Staat für unmöglich?

Das scheint eher utopisch.

Eine politische Reform ist ohne theologische Reform nicht möglich?

Sie sind Atheist. Warum liegt Ihnen der Islam noch derart am Herzen?