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«Lieber möchte ich mit mir selber tauschen»

Matthias Zschokke erhält den Grossen Literaturpreis von Stadt und Kanton Bern. Sein neues Buch besteht aus Mails. Uns hat er gemailt, weshalb er einmal lieber Martin Suter sein wollte.

Auch seine Bücher fallen nicht vom Himmel, sondern sind harte Arbeit: Matthias Zschokke, Schriftsteller. Foto: Dirk Opitz
Auch seine Bücher fallen nicht vom Himmel, sondern sind harte Arbeit: Matthias Zschokke, Schriftsteller. Foto: Dirk Opitz

Lieber Herr Zschokke In Ihrem neuen Buch, «Die strengen Frauen von Rosa Salva», berichten Sie von einem siebenmonatigen Atelieraufenthalt in Venedig in der zweiten Jahreshälfte 2012. Sie tun das in Mails an Freunde, Verwandte und Kollegen. Venedig sei eine «starke Droge», schreiben Sie, und mache einen in kürzester Zeit abhängig. Sie diagnostizierten bei sich nach einigen Wochen das sogenannte Stendhal-Syndrom, also das Leiden an einer kulturellen Reizüberflutung oder besser noch: an einem Übermass an Schönheit. Und diese Pracht vor der Haustür hat offenbar dazu geführt, dass Sie kaum gedichtet haben in dieser Zeit, hatten Sie doch ständig das Gefühl, «es wäre eine Schande, sich jetzt an einen Tisch zu setzen und etwas aufzuschreiben, wo draussen doch eine solche Verführungsorgie stattfindet». Haben Sie in Venedig Ihren Beruf geschwänzt? Herzliche Grüsse Alexander Sury

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