Exklusivinterview

«Es ist alles gesagt»

Mit Lunik löst sich eine der erfolgreichsten Berner Bands der Nullerjahre auf. Ein Small Talk mit Sängerin Jael Malli zu den Gründen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie und Luk Zimmermann waren lange so etwas wie Stock Aitken Waterman der Berner Musikszene. Was Sie auch taten, es wurde erfolgreich. Warum diese Trennung?
Weil wir gemerkt haben, dass wir keinen grossen Spass mehr haben, Zeit miteinander zu verbringen. Wir haben uns persönlich und musikalisch auseinandergelebt. Zudem beschlich uns das Gefühl, dass wir nach 15 Jahren mit Lunik alles gesagt haben, was wir sagen wollten.

War das ein schleichender Prozess?
Die Erkenntnis, dass es nach all den Jahren nicht mehr weitergehen soll, war dann trotzdem ein Schock. Im Januar haben wir darüber gesprochen, danach musste ich erst einmal verreisen, um den Kopf klarzubekommen.

Was hat der klare Kopf gesagt?
Es gab Phasen, da war ich überzeugt, dass ich nie mehr auf der Bühne stehen werde, doch in vielen Gesprächen mit Musiker-Freunden hat sich das wieder gelegt. Ich habe noch keinen Plan, wie es musikalisch mit mir weitergehen wird, ich will der Trauer um das Ende der Band erst ein bisschen Raum lassen.

Aber auf ihr Amt als Botschafterin der Stadt-Tomate wollen Sie Ihr Dasein nicht beschränken?
Sicher nicht. Wir haben ja nun auch noch eine Abschieds-CD aufgenommen, das wir im Spätsommer veröffentlichen wollen.

Das letzte Lunik-Album «What Is Next» war kein grosser Erfolg. Hat das den Entscheid begünstigt?
Ein bisschen hat das schon am Selbstwertgefühl genagt, doch wir waren mit dem Album sehr zufrieden, da es kein Radio-Album war, haben wir mit etwas weniger Publikum gerechnet.

Die neue CD heisst «Encore». Es ist nicht gerade naheliegend, nach einer Trennung ein Album aufzunehmen.
Es gab noch sehr viele Songs und Skizzen, die wir zu Ende bringen wollten. Doch wir hatten keine Lust, nur die Demos zu veröffentlichen. Deshalb nahmen wir alles aktuell auf. Aber schön getrennt. Luk in seinem Studio in Berlin, Cédric Monnier und ich hier in Bern. Es ist quasi ein Fernbeziehungs-Album. (Der Bund)

Erstellt: 26.07.2013, 20:00 Uhr

Artikel zum Thema

Gurten: Waldbühne mit Müslüm und Steff la Cheffe

Das Gurtenfestival hat das Programm für die Waldbühne bekannt gegeben. Headliner sind Müslüm, Steff la Cheffe und Lunik. Mehr...

Gemütlichkeit statt Herzklopfen: Lunik in Bern

Kultur Lunik haben im Bierhübeli ihr erstes Konzert seit dem Erscheinen des Albums «What Is Next» gegeben – ein Werk, mit dem sie endgültig im Genre des Erwachsenen-Pops angekommen sind. Mehr...

Da weint nicht nur der Wettergott

Kultur Kann sich eine Band mit ihrem sechsten Studioalbum noch neu erfinden? Lunik beweisen mit ihrem neusten Wurf «What Is Next»: Man kann. Wenn auch nicht restlos. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...