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Kurioser Polizeieinsatz in KanadaFrau führt Mann an der Leine aus, um Ausgangssperre zu umgehen

Die Bewohner der Provinz Québec dürfen nach 20 Uhr nicht mehr hinaus. Wer das doch tut, bekommt es mit der Polizei zu tun, wie zwei Fälle zeigen.

Die Polizei von Montréal kontrolliert die Ausgangssperre. (9. Januar 2021)
Die Polizei von Montréal kontrolliert die Ausgangssperre. (9. Januar 2021)
Foto: Hans Lucas (AFP)

Eine Kanadierin wollte mit einer unkonventionellen Lösung die Corona-bedingte Ausgangssperre in der Provinz Québec umgehen – und hat sich damit eine Busse eingehandelt. Die Frau sei nach Beginn der Ausgangssperre um 20 Uhr im Freien gewesen und habe einen Mann an einer Leine geführt, teilte die Polizei mit. Auf ihren Verstoss gegen die Ausgangssperre angesprochen, habe die Frau mit ernster Miene erwidert, sie gehe Gassi «mit ihrem Hund».

Der Fall ereignete sich den Angaben zufolge in der 150 Kilometer östlich von Montréal gelegenen Stadt Sherbrooke. Die Beamten hätten den Eindruck gehabt, dass die Frau sie «auf die Probe stellen» wolle, sagte Polizeisprecherin Isabelle Gendron. Die Spaziergängerin müsse nun eine Busse in Höhe von 1500 kanadischen Dollar (rund 1000 Franken) zahlen.

Die Frau wollte die Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit aus Infektionsschutzgründen jedoch nicht akzeptieren, wie Gendron sagte: Den Polizisten habe sie gesagt, dass sie vorhabe, während des Lockdown jeden Abend auf die Strasse zu gehen.

Autofahrer wollte wissen, wie es während der Ausgangssperre aussieht

Die Polizisten stoppten demnach bei der Kontrolle der Ausgangssperre in Sherbrooke auch einen betrunkenen Autofahrer. Dieser habe angegeben, er habe «sehen wollen, wie es ist, während der Ausgangssperre draussen zu sein», sagte Gendron.

Die Bewohner der Provinz Québec dürfen ihre Wohnungen wegen der Corona-Pandemie zwischen 20 und 5 Uhr nur in Ausnahmefällen verlassen. Die Regelung gilt noch vier Wochen.

afp/oli

35 Kommentare
    Christian Lehmann

    Die Polizei in der Provinz Québec kann auch kulant sein. So werden den Obdachlosen im Stadtzentrum von Montréal nicht gebüsst und es können auch Verwarnungen ausgesprochen werden. Mit dem Hund darf man übrigens ganz legal auch nach 20 Uhr mal um den Häuserblock. Nur wer mit dem Ehemann an der Leine Gassi geht und den Polizisten ganz ungeniert sagt, dass man dies auch in Zukunft noch machen wolle, der kommt nicht mit einer Warnung davon.

    Polizeiautos fahren um oder kurz nach 20 Uhr mit Blaulicht aber ohne Sirene durch die Quartierstrassen um Präsenz zu zeigen.

    Die Ausgangssperre ist halt leider eine Notwendigkeit. Mein Mitarbeiter ruft nach Arbeitsschluss oft seine Kollegen an:“Yo Dude, what you up to? Wanna come to my place and hang out“ (= kiffen, Red Bull, XBOX). Am nächsten Tag kommt er dann wieder zur Arbeit. Corona? Egal....

    Noch härter wird wohl der Betrunkene bestraft: nebst der Mindestbusse von CAD 1500 kommen noch Bussen und Verfahrenskosten für das Fahren in angetrunkenem Zustand dazu, rund CAD 3000. Weiter eine Nacht in der Ausnüchterungszelle, ein Eintrag ins Strafregister und das Auto wird auch für mindestens 30 Tage eingezogen.

    Grüsse aus der Provinz Québec