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Infektionsforschung in BernForschung an Sars-Cov-2 in neuem Berner Biosicherheitslabor

Im Schweizer Zentrums für Translationale Medizin und Unternehmertum in Bern wird ein neues Labor in Betrieb genommen. Es soll der Tuberkolose- aber auch der Corona-Forschung dienen.

Entnahme von Sekundärbehälter aus Aussenverpackung
Entnahme von Sekundärbehälter aus Aussenverpackung
Bild: zvg/Pascal Gugler

Das Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern hat am Dienstag sein neues Biosicherheitslabor der Stufe 3 in Betrieb genommen. Dort wird an hochansteckenden Erregern geforscht, etwa am Coronavirus.

Das Labor verfügt über einen speziellen Bereich für Diagnostik in Form einer sogenannten Glove Box. Diese spezielle Sicherheits-Werkbank mit integrierten Gummihandschuhen erlaubt es, verdächtige Patientenproben zu bearbeiten. Gearbeitet wird vorwiegend mit Tuberkulose-Erregern. Geplant sind aber auch Forschungsprojekte an Sars-CoV-2, wie die Verantwortlichen am Dienstag mitteilten.

«Das Besondere an unserem Labor ist, dass wir das neue Coronavirus hier nicht nur nachweisen, sondern auch kultivieren können, um beispielsweise zu sehen, ob es bei einem Patienten auch nach Wochen noch ansteckend ist», wird Peter Keller, Leiter Innovation und Entwicklung am Institut für Infektionskrankheiten, in der Mitteilung zitiert.

Laut Keller sind mehrere Berner Forschungsprojekte geplant, die sich unter anderem mit der Immunität gegenüber Sars-CoV-2 befassen sowie mit dessen Auswirkungen auf die Gefässe und Organe.

Das neue Biosicherheitslabor befindet sich im Gebäude des Schweizer Zentrums für Translationale Medizin und Unternehmertum (sitem-insel). Es vereint Diagnostik, Forschung, und Translation unter einem Dach. Bei der translationalen Medizin geht es um die Übersetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung und industriellen Entwicklung in die klinische Anwendung.

Strengste Massnahmen

In einem Biosicherheitslabor der Stufe 3 werden unter strengsten Sicherheitsmassnahmen Bakterien oder Viren untersucht, die für Menschen hochansteckend sind und für die es keine Therapie oder Impfung gibt.

Zwei Laborräume der Sicherheitsstufe 3 können von Externen genutzt werden, um Forschung und Entwicklung zu betreiben, etwa um Impfstoffe auf ihre Wirksamkeit zu testen.

«Die Sicherheit unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben hat bei einem solchen Labor oberste Priorität – und wird durch verschiedene Systeme gewährleistet, etwa durch mehrere Schleusen oder eine doppelt geführte Lüftung», wird die Leiterin des Sicherheitszentrums, Kathrin Summermatter, in der Mitteilung zitiert.

SDA