Folgen hat nur der Missbrauch

Private Wohnungen zu vermieten, ist ein Geschäft. Eines mit Nebenwirkungen. Deshalb sind für Airbnb in der Schweiz einige Regeln zu beachten.

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Angela Barandun@abarandun

Was ist schon dabei? Wieso soll jemand seine Wohnung nicht untervermieten, wenn er sie gerade nicht braucht? Ist es nicht sogar effizient, weil der knappe Raum besser genutzt wird? Was ist falsch daran, sich einen Zustupf zu verdienen, um das Budget von der teuren Miete zu entlasten? Und ist es umgekehrt nicht grossartig, wenn man auf dem Städtetrip nach Paris dort übernachtet, wo die Parisiennes selbst leben? Wieso soll man das den Touristen hier nicht gönnen?

So betrachtet, tönt die Vermittlung von privatem Wohnraum über Internetplattformen wie Airbnb ­irgendwie harmlos. Dass jemand deswegen seine Wohnung verlieren könnte, wirkt völlig übertrieben, irgendwie kleingeistig und ewiggestrig. Was dabei aber untergeht: Private Wohnungen zu vermieten, ist ein Geschäft. Eines, mit dem die Beteiligten viel Geld verdienen können – und zwar mit etwas, das ihnen nicht gehört. Ein Geschäft, für dessen Neben­wirkungen sie keine Verantwortung übernehmen.

Welche Nebenwirkungen das sind, zeigt gerade das Beispiel Paris. In keiner anderen Stadt ist die Auswahl an privaten Wohnungen auf Airbnb so gross, nirgends nutzen mehr Touristen diese Form der Unterbringung. Als Folge kämpft die Stadt nun mit einer neuen Form der Gentrifizierung. Das Geschäft ist so attraktiv, dass der Wohnraum knapp wird, die Mieten steigen. Quartiere verändern sich. In gewissen Gebäuden ist jede zweite Wohnung nicht mehr permanent besetzt, Touristen geben sich die Klinke in die Hand. Wer bleibt, fühlt sich wie ein Dauermieter im Hotel.

Die Schweiz hat Glück. Das bestehende Gesetz verhindert eine solche Entwicklung. Und ist trotzdem liberal genug, um den Mietern zu erlauben, von ­Diensten wie Airbnb zu profitieren – und zwar un­büro­kratisch. Man braucht den Vermieter bloss über seine Pläne zu informieren – und sich an die gängigen ­Regeln zu halten. Dazu gehört, dass man mit der Unter­vermietung keinen Gewinn «heuscht». Das soll Missbrauch verhindern – also etwa, dass jemand die Unter­vermietung zum Geschäft macht. Nur wer sich nicht an diese Regeln hält, muss mit Konsequenzen rechnen. Das ist fair.

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