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Umstrittene Kunst-Sammlung«Flick Collection»: Kunstmuseum Bern verfolgt Entwicklung

Zügelt die berühmte Sammlung des Unternehmers Friedrich Christian Flick von Berlin nach Bern? Auszuschliessen ist es nicht.

Blick auf ein Werk des Künstlers Richard Jacklon in der Ausstellung «Local Histories» 2019 im Berliner Museum «Hamburger Bahnhof».
Blick auf ein Werk des Künstlers Richard Jacklon in der Ausstellung «Local Histories» 2019 im Berliner Museum «Hamburger Bahnhof».
Bild: Keystone

Der deutsche Unternehmer Friedrich Christian Flick könnte seine spektakuläre Kunstsammlung von Berlin in die Schweiz zügeln. Näheres ist noch nicht bekannt – Flick hält sich bedeckt.

Dass die Sammlung dereinst in Bern landet, ist nicht auszuschliessen: Der 75-jährige Flick bewohnt seit Jahrzehnten ein Chalet in Gstaad BE. Am vergangenen Freitag war bekanntgeworden, dass er seine Sammlung aus Berlin zurückzieht.

«Wir haben aus den Medien erfahren, dass sich Herr Flick neu ausrichten möchte. Es handelt sich grundsätzlich um eine bedeutende Gegenwartskunstsammlung. Dass sie nicht in Berlin verbleibt, ist sehr bedauerlich», sagte Nina Zimmer, Direktorin Kunstmuseum Bern – Zentrum Paul Klee, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Teile der Sammlung waren bisher im Berliner Museum «Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart» ausgestellt. Die Rieck-Hallen, in denen die Sammlung gezeigt wurde, müssen einer Neuüberbauung weichen.

Die Stadt Berlin war nicht imstande, Flick einen Ersatz zur Verfügung zu stellen. Der 2003 geschlossene Leihvertrag über die «Flick Collection» läuft Ende September 2021 aus.

Im Zentrum der etwa 2500 Arbeiten umfassenden Sammlung stehen rund 100 Werke des US-Künstlers Bruce Nauman. Dazu kommen zentrale Arbeiten zum Beispiel von Andy Warhol, Sol LeWitt, Robert Ryman, Nam June Paik und Pipilotti Rist. Experten schätzten den Wert der Sammlung schon vor Jahren auf mehrere hundert Millionen Euro.

Das Kunstmuseum Bern ist seit längerer Zeit bestrebt, die Gegenwartskunst aufzuwerten und ihr zusätzliche Räumlichkeiten und Präsenz zu verleihen. Das legt die Vermutung nahe, dass das Haus an Flicks Sammlung interessiert sein könnte.

Die Sammlung hatte in der Vergangenheit Kontroversen ausgelöst, weil Flicks Grossvater mit der Produktion von Rüstungsgütern für die Nazis zu Reichtum kam und dabei von Zwangsarbeitern profitierte. Friedrich Christian Flick baute seine Kunstsammlung ab den 1970er-Jahren auf.

2001 wollte er ein Museum in Zürich bauen lassen. Die Pläne zerschlugen sich wegen einer Debatte über die Vergangenheit von Flicks Grossvater. Seit 2004 ist die Sammlung in Berlin beheimatet.

(SDA /zec)