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Zwist um Fischzucht-AnlagenFischer protestieren mit Schiffskorsos im Bodensee

Eine Genossenschaft will Anlagen zur Zucht von Felchen bauen lassen, weil die Fangausbeute seit Jahren einbrechen. Deutsche und Schweizer Berufsfischer proben nun den Aufstand.

Unerwünschte Anlage: Fischer aus Deutschland und der Schweiz machen ihrem Ärger Luft.
Unerwünschte Anlage: Fischer aus Deutschland und der Schweiz machen ihrem Ärger Luft.
Foto: Felix Kästle (Keystone/DPA/10. Oktober 2020)

Mit Schiffskorsos protestierten Berufsfischer aus Deutschland und der Schweiz in Konstanz gegen Fischzucht-Anlagen im Bodensee. Mehr als 100 Wasserfahrzeuge beteiligten sich laut Veranstaltern am Wochenende an der Aktion. Eine Genossenschaft will die Anlagen zur Zucht von Felchen bauen lassen, weil die Fangerträge seit Jahren einbrechen.

Grund dafür ist etwa Nährstoffmangel im immer saurer werdenden See. Weil der Appetit auf Felchen aber nach wie vor gross ist, werden immer mehr Fische aus dem Ausland importiert. «Netzgehege zur Felchen-Zucht sind eine schlechte Zukunftsvision für den Bodensee», sagte Elke Dilger von den badischen Berufsfischern am Rande der Aktion vom Samstag.

Die Mehrheit der Berufsfischer ist gegen die Fischmast. Sie befürchten die Übertragung von Krankheiten auf Wildtiere und die Verunreinigung des Bodensees, der auch als Trinkwasserspeicher für rund vier Millionen Menschen dient. Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) schliesst Netzgehege explizit aus. Für noch mehr Sicherheit fordern die Fischer ein gesetzliches Verbot.

Ministerien sind sich uneinig

Die Genossenschaft «Regio Bodensee Fisch» will es trotzdem mit «modernen und ökologisch gut geführten» Anlagen ausprobieren. Rückenwind gibt es von Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk: «Aquakulturen können ein Weg sein, um unter Einhaltung höchster Umweltstandards hochwertigen, regionalen Speisefisch zu erzeugen», sagte er. Sollte ein Antrag eingehen, müsse dieser durch die zuständigen Behörden geprüft werden.

Aus Sicht des bayerischen Landwirtschaftsministeriums kann der Aufbau und der Betrieb einer Netzgehege-Aquakultur nur zusammen mit den aktiven Seefischern funktionieren. Und diese seien dagegen.

SDA/fal

4 Kommentare
    Alejandro Romero

    Wie wäre es den Bodensee weniger sauer wie dessen Wasser für Felchen angenehmer zu machen? Dass der Bodensee zu sauber wäre glaub ich kaum. Felchen mögen nur oligotrophe Sauerstoffreiche bis mesotrophe Gewässer und der Bodensee zeugt von der Farbgebung und Geruch her zumindest nach einem Mesotrophen Gewässer. Gibts durch Düngung mehr Plankton so gibts zwar mehr Felchen, aber da absterbende Algen Sauerstoff zerren, wirds für Felchen lebensfeindlich. Bei höherer trophierung kommen andere Fischarten in erhöhter Population bis es auch für diese kippt