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Widerstand in BremgartenEx-FDP-Grösse weibelt gegen Fusion

In Bremgarten regt sich Widerstand gegen die Fusionsabklärungen. Die Fäden zieht der frühere FDP-Nationalrat Jean-Pierre Bonny.

Der 89-jährige Alt-Nationalrat Jean-Pierre Bonny hat in Bremgarten ein Komitee gegen die Fusionsabklärungen mit der Stadt Bern gegründet.
Der 89-jährige Alt-Nationalrat Jean-Pierre Bonny hat in Bremgarten ein Komitee gegen die Fusionsabklärungen mit der Stadt Bern gegründet.
Foto: Valérie Chételat

Die Onlinebefragung zu den Fusionsplänen der Gemeinden Bern, Ostermundigen, Bolligen, Bremgarten, Kehrsatz und Frauenkappelen brummt nicht gerade. Bisher haben erst etwa 350 berechtigte Personen und nicht einmal 10 Institutionen den Fragebogen ausgefüllt. Corona dürfte das Thema in den Hintergrund gerückt haben. Geplante Informationsveranstaltungen sind ausgefallen.

Bei den bisherigen Antworten fällt auf, dass rund ein Drittel aus der Gemeinde Bremgarten stammt. Die 112 Rückmeldungen aus dieser Vorortsgemeinde sind im Verhältnis zu den gut 4300 Einwohnern und Einwohnerinnen überproportional hoch obwohl auch hier noch keine Veranstaltung stattfand. Was ist hier los?

Unterschriftensammlung

Die Fusionsdiskussion läuft in Bremgarten reger als in anderen Gemeinden. Der 89-jährige Alt-Nationalrat Jean-Pierre Bonny (FDP) hat vor wenigen Wochen ein Komitee gegen die Fusionsabklärungen der Gemeinde gegründet und sammelt Unterschriften gegen die Fusion.

«Wir wollen eine eigene Verwaltung haben – sie ist ausgezeichnet –, und wir wollen die Gemeindeversammlung erhalten.»

Jean-Pierre Bonny, Alt-Nationalrat (FDP)

Seine Argumente hat er mit einem Unterschriftentalon an sämtliche Haushalte der Gemeinde verschickt. Nur wenn Bremgarten eigenständig bleibe, könnten die Bürger Steuer- und Budgetfragen eigenständig entscheiden. «Wir wollen eine eigene Verwaltung haben sie ist ausgezeichnet –, und wir wollen die Gemeindeversammlung erhalten», sagt Bonny. Bei einer Fusion mit der Stadt Bern würden zudem die Steuern steigen. Entscheidend sei aber die finanzielle Zukunft der Stadt. «Sie ist sehr schlecht.»

Tiefe Beteiligung der Berner

Vermutlich hat Bonnys Unterschriftensammlung in der Gemeinde die Sensibilität für das Thema erhöht. Mobilisiert hat dies wahrscheinlich aber nicht nur Gegner, sondern auch Befürworter der Fusion.

Aus Bolligen, Bern und Ostermundigen stammen von den bisher insgesamt 350 Stellungnahmen etwa je zwanzig Prozent. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl sind die 70 Rückmeldungen aus Bern erstaunlich wenig vielleicht liegt es daran, dass die Informationsveranstaltung zum Thema wegen Corona noch nicht stattfinden konnte.