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Der Streit um die Denkmäler«Es ist eine Art Bildersturm»

Der Berner Historiker André Holenstein will Statuen umstrittener Personen nicht entfernen. Nur so könne der Stein des Anstosses auch Denkanstoss sein.

Im Zuge der «Black Lives Matter»-Bewegung wird auch die Entfernung der Statue von David de Pury in Neuenburg gefordert. De Pury wurde reich im Sklavenhandel.
Im Zuge der «Black Lives Matter»-Bewegung wird auch die Entfernung der Statue von David de Pury in Neuenburg gefordert. De Pury wurde reich im Sklavenhandel.
Foto: Léandre Duggan (Keystone)

Statuen und Denkmäler auf der ganzen Welt werden verschmiert oder gestürzt. Ein Ausdruck des Zeitgeistes?

Es ist erstaunlich, wie schnell sich das Phänomen, ausgelöst durch polizeiliche Übergriffe und den Tod von George Floyd in den USA, über die sozialen Medien verbreitet und globalisiert hat. Es entsteht ein Bedürfnis zur schnellen Tat, zu Aktionismus und Aktivismus. Man geht nicht mehr den Weg über die Institutionen. Denkmäler, die über Jahrzehnte hinweg weitgehend unbeachtet geblieben sind, erhalten eine unglaubliche Aufmerksamkeit und werden zur Zielscheibe. Sie werden gewissermassen hingerichtet. Es ist eine Art Bildersturm wie zur Zeit der Reformation.

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