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Glosse über die Sprache der LiebeEr: «My ideal!» Sie: «My hero!»

Wir möchten uns alle so gerne ausdrücken, wenn wir jemanden gernhaben – oder der Person unsere Zuneigung offenbaren wollen. Das ist aber nicht immer so leicht. Darum sind die «Love Hearts» eine ungemein süsse Erfindung.

Es gibt sie seit 1954 – und erfunden haben die «Love Hearts» nicht die Schweizer, sondern die Engländer.
Es gibt sie seit 1954 – und erfunden haben die «Love Hearts» nicht die Schweizer, sondern die Engländer.
Foto: zvg

Sorgfältig hatte ich abgewogen, mit welcher Botschaft ich meine Liebeserklärung einleiten wollte. «Be mine» war doch etwas zu forsch, mit «Lets Party» hätte ich mich als Bruder Leichtfuss zu erkennen gegeben. Und schlicht «I love you»? Nein, undenkbar, man fällt doch nicht nackt mit der Tür ins Haus. Ich entschied mich schliesslich, nachdem ich kurz «Hi Baby» in Erwägung gezogen hatte, für ein schlichtes «Hello». Ich reichte die tablettenförmige Süssigkeit meinem Pultnachbarn mit der Bitte, sie vorsichtig weiterzureichen bis zu meiner Angebeteten P. Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich damals etwa zehn Jahre alt war, meine Éducation sentimentale war zu dieser Zeit sehr überschaubar. Wenn mir ein Mädchen gefiel, kam meist eine bleierne Stummheit über mich. Nichts da von Minnesang. Ich verfügte schlicht über keine Sprache für die Liebe.

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