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Zartbitter im Abgang

Italien erlebt die Niederlage wie einen halben Sieg – auch über sich selbst und den eigenen Kulturpessimismus.

Stolz in der Enttäuschung: Die Italiener verabschieden sich in Bordeaux von ihren Fans. Foto: Michael Probst (Keystone)
Stolz in der Enttäuschung: Die Italiener verabschieden sich in Bordeaux von ihren Fans. Foto: Michael Probst (Keystone)

Bitterkeit hat ja viele Noten, buchstäblich wie metaphorisch. Wenn man nun, nach dem Ausscheiden der Azzurri, an Italien schmecken wollte, um der Enttäuschung der Italiener das passende Adjektiv angedeihen zu lassen, dann könnte «zartbitter» passen. Wie bei der Schokolade. Bitter, weil es immer bitter ist, in einem Penaltyschiessen zu scheitern, gerade wenn man sich mit dem Weltmeister misst und das Glücksspiel ewig dauert. Aber eben auch zart und sogar ein bisschen süss, weil man es vor dem Turnier nicht für möglich gehalten hätte, überhaupt von der Schokolade ­naschen zu können. «Su la testa», titelte die «Gazzetta dello Sport», die das ­Gefühl der Nation in fussballerischen Belangen stets in eine kurze Schlagzeile pressen muss. Kopf hoch! Lesen konnte man nun auch: «A testa alta», mit erhobenem Haupt.

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