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Gastgeber-Sieg und Krawalle

Die EM beginnt mit einer spektakulären Feier, jubelnden Franzosen und randalierenden Briten.

Bei einem solch grossen Ereignis darf der französische Präsident François Hollande, unten Mitte, nicht fehlen.
Bei einem solch grossen Ereignis darf der französische Präsident François Hollande, unten Mitte, nicht fehlen.
Filip Singer, Keystone
150 Cancan-Tänzerinnen verwandeln das Stadion ...
150 Cancan-Tänzerinnen verwandeln das Stadion ...
AP Photo/Thibault Camus, Keystone
Es gibt sieben leicht Verletzte. Am Samstag spielt England gegen Russland im Stade Velodrome, Marseille.
Es gibt sieben leicht Verletzte. Am Samstag spielt England gegen Russland im Stade Velodrome, Marseille.
AP Photo/Darko Bandic, Keystone
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Von der Sorge vor Anschlägen wollten sich die Zuschauer der Eröffnungspartie im Stade de France in der Pariser Vorstadt Saint-Denis nicht die gute Laune verderben lassen. Sie verfolgten fröhlich den Auftritt von 150 Cancan-Tänzerinnen und Edith Piafs Kultlied «La Vie en Rose». Anschliessend spielte der französische DJ David Guetta einige seiner Hits und dann, begleitet von der schwedischen Sängerin Zara Larsson, die von ihm komponierte offizielle EM-Hymne «This One's For You».

Zum Abschluss der Feier flog die französische Fliegerstaffel Patrouille de France über das Fussballstadion und zeichneten die Tricolore in den Himmel, während im Stadion ein riesiges Eiffelturm-Bild in die Höhe gezogen wurde. Mit dem Anpfiff des Spiels Frankreich gegen Rumänien begann dann auch der sportliche Teil der EM. Frankreich gewann schliesslich mit dem 2:1-Treffer von Dimitri Payet in der 89. Minute.

90'000 Sicherheitskräfte

Zur der vierwöchigen Fussball-EM mit 24 Teilnehmerländern erwartet Frankreich rund zwei Millionen Besucher aus dem Ausland. Top-Favorit Deutschland bestreitet am Sonntag in Lille seine erste Partie gegen die Ukraine. Das EM-Finale wird am 10. Juli im Stade de France ausgetragen.

Aus Angst vor Anschlägen findet das Turnier unter drastischen Sicherheitsvorkehrungen statt: Mehr als 90'000 Sicherheitskräfte sollen die Fans an den zehn Austragungsorten schützen, Stadien und Fan-Meilen sind stark gesichert. Nach den Anschlägen von Paris vom 13. November mit 130 Toten herrscht in Frankreich immer noch der Ausnahmezustand. Die Pariser Fan-Meile war am Freitagabend nur knapp zur Hälfte gefüllt: Statt der möglichen 92'000 Menschen kamen bis zu 45.000 Fussballfans.

Streikwelle zum Start

Einen Schatten auf die EM wirft auch eine Streik- und Protestwelle in Frankreich. Arbeitsniederlegungen bei der Staatsbahn SNCF sorgten am Freitag den zehnten Tag in Folge für Behinderungen im Schienenverkehr.

Dank des Einsatzes von Sonderzügen kamen die Fans aber ohne grössere Behinderungen zum Stadion. Trotz mehrfacher, strikter Kontrollen verlief auch der Einlass relativ reibungslos. «Die Zuschauer konnten ohne Probleme kommen, es war flüssig, das ganze Publikum hat sich an die Regeln gehalten», sagte Frankreichs Staatschef François Hollande im Stadion dem Sender TF1.

Die Streiks bei der SNCF sind nicht die einzigen in Frankreich: Arbeitsniederlegungen bei der Müllabfuhr haben zuletzt zu wachsenden Müllbergen in der Pariser Innenstadt geführt. Ein Pilotenstreik bei der Fluggesellschaft Air France sollte von Samstag an zu Behinderungen im Luftverkehr führen. Der Konzern wollte aber weniger als 20 Prozent aller Flüge streichen. In Frankreich gibt es schon seit Monaten Proteste gegen eine umstrittene Arbeitsmarktreform, hinzu kommen Forderungen der Gewerkschaften in einzelnen Branchen.

Britische Fans sorgen für erste Krawalle

Derweil kam es zu ersten Zusammenstössen zwischen randalierenden Fussballfans und der Polizei. In der südfranzösischen Hafenstadt Marseille, wo am Samstagabend die Partie England gegen Russland ausgetragen wird, lieferten sich englische Fans in der Nacht zum Freitag heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei; es gab sieben leicht Verletzte. Bei erneuten Zusammenstössen am Freitagabend gab es sieben Festnahmen. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

Die Behörden befürchten während der EM bei einer Reihe von Spielen Gewalt von Hooligans. Für das Spiel am Samstag kündigte die Polizei an, englische und russische Fans auf unterschiedlichen Routen zum Stadion zu geleiten.

AFP/foa

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