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Ein Fest in Grün und Weiss

Die Sensation ist Tatsache: Irland besiegt Italien und qualifiziert sich in extremis für die Achtelfinals. Dort wartet Frankreich.

Ausgelassene Feier: Die Iren feiern ihre Lieblinge, die sich in extremis für die Achtelfinals qualifiziert haben. (22. Juni 2016)
Ausgelassene Feier: Die Iren feiern ihre Lieblinge, die sich in extremis für die Achtelfinals qualifiziert haben. (22. Juni 2016)
Rolex dela Pena, Keystone
Robbie Brady schiesst das 1:0 für Irland, das Stadion tobt.
Robbie Brady schiesst das 1:0 für Irland, das Stadion tobt.
Rolex dela Pena, Keystone
Keiner zu klein – um dabei zu sein.
Keiner zu klein – um dabei zu sein.
Getty Images
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84 Minuten lang stürmten die Iren in Lille gegen das italienische Tor an, ehe alle Dämme brachen. Nach einer Flanke von Joker Wes Hoolahan, der Sekunden zuvor eine Riesenchance vergeben hatte, traf Robbie Brady zum goldenen Goal. Ausgerechnet Brady, der mit Norwich eine Saison zum Vergessen erlebt hatte und aus der Premier League abgestiegen war. Der Erfolg der leidenschaftlich kämpfenden «Boys in Green» war hochverdient.

Italiens Coach Antonio Conte hatte lediglich eine B-Mannschaft nominiert. Aus der Startelf, die gegen Schweden aufgelaufen war, standen zu Beginn nur gerade die Verteidiger Andrea Barzagli und Leonardo Bonucci sowie Mittelfeldspieler Alessandro Florenzi auf dem Platz. Kein Wunder, am Montag steht als «Belohnung» für den souveränen Gruppensieg ein Duell gegen Titelverteidiger Spanien an.

Italien auf Sparflamme

Irland nutzte die etwas schwächere Gegenwehr der bereits als Gruppensieger feststehenden Italiener zu einem eigentlichen Sturmlauf, der wegen der fehlenden individuellen Klasse erst spät von Erfolg gekrönt war. Vor allem in der ersten Hälfte folgten sich die guten Chancen im Fünfminuten-Takt. Jeff Hendricks Weitschuss strich knapp am Tor vorbei (9.), Buffons Ersatz Salvatore Sirigu hielt einen gefährlichen Kopfball von Daryl Murphy (21.), Verteidiger Shane Duffy köpfelte über das Tor (32.).

Zudem hatten die Italiener Glück, dass ein Rempler von Federico Bernardeschi an James McClean kurz vor der Pause vom rumänischen Schiedsrichter Ovidiu Hategan fälschlicherweise nicht mit einem Penalty geahndet wurde. Offensiv war die italienische B-Auswahl erschreckend harm- und lustlos. Zwischen der 30. und der 60. Minute kam Irlands Goalie Darren Randolph zu keinem Ballkontakt. Die lange Zeit einzige Torchance hatte Simone Zaza. Der Juventus-Stürmer setzte eine Direktabnahme aber über das Tor.

Jetzt wartet der Gastgeber

Erst in der Schluss-Viertelstunde, als Irland noch mehr riskieren musste und gleichzeitig die Kräfte schwanden, kamen die «Azzurri» zu ihrer besten Chance. Der eben eingewechselte Lorenzo Insigne traf aber nur der Pfosten. Es wäre ein schlechter Lohn gewesen für die Iren, die erst ihren zweiten Sieg an einer EM-Endrunde nach 1988 (1:0 gegen England) feierten und nun im Achtelfinal auf Frankreich treffen.

Italien - Irland 0:1 (0:0) Lille. - 45'000 Zuschauer. - SR Hategan (ROU). - Tor: 85. Brady (Hoolahan) 0:1.Italien: Sirigu; Barzagli, Bonucci, Ogbonna; Bernardeschi (60. Darmian), Sturaro, Thiago Motta, Florenzi, De Sciglio (82. El Shaaeawy); Zaza, Immobile (74. Insigne).Irland: Randolph; Coleman, Duffy, Keogh, Ward; Hendrick, McClean, McCarthy (77. Hoolahan), Brady; Murphy (70. McGeady); Long (90. Quinn).Bemerkungen: Italien komplett, aber ohne diverse Stammspieler, Irland ohne Walters (verletzt). 77. Pfostenschuss Insigne. Verwarnungen: 39. Sirigu und Long (beide Unsportlichkeit). 73. Ward (Foul). 88. Zaza (Foul). 90. Insigne (Foul).

SDA

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