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Kundgebung 1. AugustEinsatz von Farbbeuteln und Gummischrot an Demonstration

Rund 100 Personen haben am Samstagnachmittag gegen den «Mythos Schweiz» demonstriert. Erst blieb es friedlich, dann wurde es plötzlich unruhig.

Die Demonstranten waren mehrheitlich vermummt.
Die Demonstranten waren mehrheitlich vermummt.
Marcel Bieri

In Bern beteiligten sich am Samstagnachmittag knapp 100 Personen an einer unbewilligten «Demo gegen den Mythos Schweiz». Die Schweizer Geschichte stehe für Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung, hiess es in einem Aufruf der Anarchistischen Gruppe Bern auf Facebook. Zu feiern gebe es an diesem Tag nichts.

«Still Not Loving Switzerland» war auf einem der mitgeführten Transparente zu lesen. Die Polizei hielt sich beim Umzug der mehrheitlich vermummten Demonstranten zunächst zurück. Erst gegen Schluss setzte sie Gummischrot ein, um «weitere Sachbeschädigungen zu verhindern und die Personen zurückzudrängen», wie die Polizei mitteilt.

Die Demonstranten zogen quer durch die Berner Innenstadt.
Video: Keystone-SDA

So hätten mehrere Vermummte auf Höhe Kleeplatz mit Farbe gefüllte Gläser gegen die Fassade des Amthauses geworfen. Die Teilnehmer des Umzugs hätten sich darauf in die Reitschule begeben. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Der öffentliche und private Verkehr wurde kurzzeitig behindert. Die Kantonspolizei Bern hat zu den Ereignissen rund um die Kundgebung weitere Ermittlungen aufgenommen.

Lockdown-Gegner und Töfffahrer

Auf dem Bundesplatz hatten zuvor auch Gegner des Lockdowns auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht. Zwischen 50 und 100 Personen hatten sich vor dem Bundeshaus versammelt. «Der Bundesrat hat mehr Leid verursacht als verhindert», stand auf einem der Transparente zu lesen.

Bereits am Morgen hatten sich 200 bis 300 Motorradfahrer vor dem Bundeshaus versammelt, um ihren Unmut gegen mögliche neue Lärmbegrenzungen auszudrücken. Viele Töfffahrer legten ihre Helme auf dem Bundesplatz nieder.

Für Unmut sorgen in Töfffahrer-Kreisen zwei parlamentarische Initiativen, welche die Aargauer SP-Nationalrätin Gabriela Suter kürzlich eingereicht hat. Sie fordert gesetzliche Grundlagen für den Einsatz von Lärmradargeräten sowie ein generelles Fahrverbot für Motorräder mit einem Standpegel von über 95 Dezibel.

SDA