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#MeToo in JapanEine Frau kämpft allein gegen den Bürgermeister

Shoko Arai war die einzige Frau im Stadtrat von Kusatsu. Bis sie erklärte, der Vorsteher der Gemeinde habe sie zum Sex gezwungen. Dann wurde sie abgewählt. Jetzt führt sie einen einsamen Kampf gegen die Machokultur.

In den Mühlen der Männergesellschaft: Die ehemalige Stadträtin Shoko Arai.
In den Mühlen der Männergesellschaft: Die ehemalige Stadträtin Shoko Arai.
Foto: Hiro Komae (Keystone) 

Ein neuer Tag ist angebrochen, im Kampf um Wahrheit und Ehre. Shoko Arai sitzt aufrecht auf einem Podium in Tokio. Internationale Medienvertreter sind ihretwegen gekommen. Als sie vor neun Jahren zum ersten Mal als einzige Frau in den Stadtrat von Kusatsu in der japanischen Präfektur Gunma gewählt wurde, wollte sie eigentlich nur eine gute Lokalpolitikerin sein. Dann geriet sie in die Mühlen der Männergesellschaft, und jetzt hört sie nicht mehr auf, mutig zu sein. Die Pressekonferenz im Club der Auslandskorrespondenten scheint sie nicht nervös zu machen. Ihre Miene ist unbewegt. Ihre Erklärung beginnt mit einem kurzen, klaren Satz: «Es ist Tatsache, dass ich vom Bürgermeister Kuroiwa sexuell angegangen wurde.»

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